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Strategien für den Notfall entwickeln

„Das Einzige, was Sie falsch machen können, ist nichts zu tun.“ Rund 20 Behandler nahmen Anfang Juli in Bensheim am Notfall-Workshop aus dem dentXperts education-Programm von Heraeus Kulzer teil. Referent Dr. Matthias Lotz machte anhand von Beispielen aus seiner Tätigkeit als Zahnarzt und im Rettungsdienst deutlich, wie Behandler Notsituationen vorbeugen und den Patienten im Notfall richtig versorgen.

Autor: Heraeus Kulzer GmbH

Bildnachweis: © Heraeus Kulzer/ picture alliance/ Erichsen Wie die Vitalfunktionen Atmung, Bewusstsein und Kreislauf wiederhergestellt werden können, demonstrierte der Referent an einer Übungsfigur.

Der Zahnarztbesuch bedeutet für viele Menschen Stress – mit teils weitreichenden Folgen für den Behandler. „Unsere Patienten werden immer älter. In einer Stresssituation kann eine koronare Erkrankung schnell akut werden“, machte Dr. Matthias Lotz auf die Gefahr eines Notfalls aufmerksam. Um den Adrenalinspiegel im Blut niedrig zu halten und so einen Zwischenfall bei kardialen Risikopatienten zu vermeiden, sei eine schmerz- und stressfreie Behandlung die wichtigste Voraussetzung.

Risikopatienten anästhesieren: Darauf kommt es an

Auch bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen und Polypharmazie könnten Behandler adrenalinhaltige Lokalanästhetika einsetzen, wenn sie zwei Punkte beachten: „Nutzen Sie wenig Adrenalin von 1:200.000 und achten Sie darauf, dass Sie es nicht in die Vene spritzen.“ Dies könnten Zahnärzte sicherstellen, indem sie doppelt aspirieren, so Lotz weiter: „Wenn Sie mit der Kanüle im Blutgefäß vor der gegenüberliegenden Gefäßwand liegen, saugen Sie beim Aspirieren zwar kein Blut an, liegen aber trotzdem in der Vene. Um das auszuschließen, drehen Sie die Spritze um 90 Grad. Wenn Sie in beiden Ebenen kein Blut aspirieren, liegen Sie nicht in der Vene und können auch beim Risikopatienten eine adrenalinhaltige Lokalanästhesie verwenden.“

Systemische Belastung gering halten

Moderne Lokalanästhetika vom Articain-Typ, wie Sopira® Citocartin® von Heraeus Kulzer, seien sehr gut verträglich und hätten keine relevanten Nebenwirkungen, erklärte der Referent mit Verweis auf die Ausgabe 8/15 der Zahnärztlichen Mitteilungen*. Zudem könne das Herz-Kreislauf-System durch die intraligamentäre Anästhesie geschont werden, da nur eine geringe Menge Lokalanästhetikum – etwa 0,2 ml pro Wurzel des zu behandelnden Zahnes – benötigt wird.

In Notsituationen zielgerichtet reagieren

Ist der Ernstfall eingetreten, muss das Praxisteam Bewusstsein, Atmung und Kreislauf so lange stabilisieren, bis ein qualifiziertes Notfall-Team eintrifft. Hierfür sei ein definierter Notfallplan Voraussetzung: „Legen Sie klar fest, wer im Team den Notruf absetzt und wer den Notfallkoffer holt.“ Anschließend demonstrierte Lotz, wie die Vitalfunktionen erhalten oder wiederhergestellt werden können. Die Teilnehmer zogen nach dem Vortrag und den praktischen Übungen ein durchweg positives Fazit: „Es ist toll, hier sein Wissen aufzufrischen. Das werde ich gleich mit meinem gesamten Praxisteam teilen“, so Dr. Anna Malcher, Zahnärztin aus Mannheim. Kollege Nicky Karl Steinbach aus Lorsch ergänzt: „Dr. Lotz hat das Thema super aufbereitet – mit seinem Hintergrundwissen und durch die Brille eines Zahnarztes.“

Weitere Notfall-Workshops mit Dr. Matthias Lotz

Deutschlandweit sind in diesem Jahr noch fünf weitere Notfalltrainings für Zahnärzte geplant:

Samstag, 29.08.2015 in Münster

Samstag, 05.09.2015 in Chemnitz

Samstag, 26.09.2015 in Oldenburg

Samstag, 24.10.2015 in Stromberg

Samstag, 31.10.2015 in Schleswig

Die Veranstaltungen finden nach den Leitsätzen und der Punktebewertung von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) statt. Teilnehmende Zahnärzte erhalten acht Fortbildungspunkte. Informieren und anmelden können sich Interessierte bei Janice Hufnagel, Tel. 06181–9689-2585, oder via E-Mail an janice.hufnagel@kulzer-dental.com

*Quelle: Christoph Schindler, Wilhelm Kirch (2015): Die Arzneimittelkommission Zahnärzte informiert: Diese Nebenwirkungen wurden 2013/2014 gemeldet. Leserservice zm Nr. 08/2015, S. 50–58.

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