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Gemeinschaftskongress Kinder-Zahn-Spange 2016: Sorgen der Eltern – Themen in den Praxen

„Wir legen den Blick 2016 noch mehr auf die Praxen gerichtet“, sagt Dr. Gundi Mindermann, Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden und Initiative Kiefergesundheit, organisatorischer Ausrichter des Gemeinschaftskongresses *), „und wir haben dabei gefragt: Welche Themen schlagen dort auf? Welche Sorgen tragen die Eltern in die Praxen und wollen dazu aktuelle Antworten?“

Zusammen mit dem traditionellen wissenschaftlichen Leiter des Kongresses, Prof. Dr. Ralf J. Radlanski, wurden für das Programm am 30. April 2016 in Frankfurt fünf zentrale Aspekte ermittelt und aufbereitet:

  • Thema 1: Wie ist das mit den verwendeten Materialien und ihrer Verträglichkeit?
  • Thema 2: Wann ist welche Behandlung sinnvoll – und wer ist die richtige Anlaufstelle: Kieferorthopäde oder Kinderzahnarzt?
  • Thema 3: White Spots – wo kommen sie her, und wie gehen sie wieder weg?
  • Thema 4: Wie gehe ich mit Eltern um, die sich Sorgen machen?
  • Thema 5: Was muss bei der Aufklärung beachtet werden – wie kommuniziert man vertragszahnärztliche Leistungen und was ist bei dem Wunsch nach Add-on-Leistungen zu dokumentieren?

Nicht zuletzt populärmedizinische Berichte in Gazetten und Illustrierten haben die Sorgen von Eltern erhöht, dass ihre Kinder in der zahnmedizinischen oder kieferorthopädischen Praxis neben den gewünschten Leistungen auch unerwünschte „Nebenwirkungen“ erleben: Viele solcher Sorgen drehen sich um verwendete Materialien wie beispielsweise Metalle. In entsprechenden Foren im Internet oft diskutiert werden auch „White Spots“ – mit Antworten mitdiskutierender Laien, die oft unsachgerechte Informationen weitertragen.

Ein ebenfalls großes Thema sind verschiedene Aspekte, die sowohl kieferorthopädische als auch kinderzahnärztliche Praxen berühren. Beispiele: Muss das Lippenbändchen entfernt werden? Sollte man kariös zerstörte Zähne entfernen? Was macht wer wann mit der entstandenen Lücke? Unsicherheit gibt es auch, wie man mit Eltern redet, die sich Sorgen machen: Wie spricht man sie am besten an – und erreichen Sachinformationen ihr Ziel? Wie konsequent muss man bleiben? Wünsche der Eltern an Komfort und Ästhetik für ihr Kind sind manchmal nicht vereinbar mit den Möglichkeiten ihrer gesetzlichen Krankenversorgung. In diesem Bereich gibt es beispielsweise oft Missverständnisse, auch in manchen kinderzahnärztlichen Praxen, hinsichtlich ‚zuzahlungsfreier’ kieferorthopädischer Behandlung: In einigen Publikums-Medien wurde verkürzt behauptet, Zuzahlungen bei rein vertragszahnärztlicher Versorgung seien nicht ordnungsgemäß: „Das hat zu Verwechslungen geführt: Eltern müssen zum Start einer kieferorthopädischen Behandlung einen spezifischen Betrag vorstrecken – den sie nach ordnungsgemäßem Abschluss der Behandlung ihres Kindes aber zurück bekommen“, sagt Dr. Mindermann, dies habe nichts zu tun mit eventuellen Zuzahlungen für höherwertige Behandlungsmaßnahmen. Auch in der Kinderzahnheilkunde gibt es Leistungen, die nachgefragt, nicht aber vom GKV-Leistungskatalog abgedeckt werden. In solchen Fällen gilt es, die Eltern regelkonform zu informieren und dies korrekt zu dokumentieren. Der Kongress stellt all diese Punkte praxisnah dar und vermittelt Empfehlungen für die Praxen, wie sie solchen Fragen und Ängsten der Eltern am besten begegnen.

*) BDK: Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden; IKG: Initiative Kiefergesundheit; DGKiZ: Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde; BuKiZ: Bundesverband der Kinderzahnärzte

kinder-zahn-spange.de

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