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Workshops zur Mundgesundheit

Immer noch erhalten viel zu wenig Parodontitis-Patienten eine geeignete Therapie. Zudem werden die Wechselwirkungen der Erkrankung mit schweren Allgemeinleiden nach wie vor unterschätzt. Um das gesamte Praxisteam fit in Sachen interdisziplinäre Zusammenarbeit und Parodontitis-Therapie zu machen, bieten der Deutsche Ärzte-Verlag und die IDI-PARO die Fortbildungsreihe „Team im Fokus“ an. Sie tourt in den nächsten Monaten durch verschiedene deutsche Städte. Nächste Station: Stuttgart.

Autor: Team im Fokus

Als Zahnarzt und ZFA denkt man zuerst an die Zähne – nicht an den Mund. „Wir sollten öfter über Mundgesundheit reden", fand Dr. Hans-Dieter John, niedergelassener Parodontologe aus Düsseldorf, der auf der „Team im Fokus"-Veranstaltung zum Thema Interdisziplinäre Mundgesundheitspraxis sprach. Denn: Entzündliche Erkrankungen im Mund unterscheiden sich nicht grundsätzlich von anderen infektiösen Prozessen im Körper und gehören daher auch so behandelt. Die medizinischen Konsequenzen der derzeit noch zu selten stattfindenden Zusammenarbeit zwischen Medizin und Zahnmedizin sollten nicht unterschätzt werden. In diesem Zusammenhang referierte John zu verschiedenen Biomarkern, die helfen, solche Risiken aufzudecken.

Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten einen Test direkt vor Ort an sich selbst ausprobieren. Ein positives Ergebnis signalisiert nicht nur einen drohenden Gewebeabbau, sondern auch das Risiko für andere Erkrankungen, etwa Diabetes oder Rheuma, worauf John eindringlich hinwies. Man sollte die interdisziplinären Zusammenhänge nicht bagatellisieren, sondern das Bewusstsein dafür schärfen, dass parodontale Mundgesundheit wichtig sei zur Vorbeugung anderer Erkrankungen.

Auf den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Diabetes wies Referent Dirk Bürger, selbst Krankenpfleger für Intensivmedizin und heute als Medical Trainer tätig, hin: In der Medizin schaue man sich auch stationär selten die Zähne oder den Mundraum an, dabei würden Aussagen darüber sehr viel über die Gesundheit des Patienten verraten.

Der Beitrag einer Zahnarztpraxis könnte seiner Meinung nach so aussehen: Hat der Patient einen stechenden Mundgeruch (Azeton)? Klagt er über extreme Mundtrockenheit? Sind erste Anzeichen parodontaler Schädigungen zu erkennen? In diesen Fällen könnte mit einem Blutzuckertest ein zusätzlicher Hinweis gewonnen werden. Zeigt dieser Auffälligkeiten, sollten Zahnärzte und ihre Teams den Patienten empfehlen, einen Internisten (Diabetologen) aufzusuchen. Darüber hinaus kann mit frühzeitiger Prävention und Therapie der Parodontitis der Verlauf eines Diabetes positiv beeinflusst werden.

Hier sollte ein Prophylaxekonzept der Zahnarztpraxis greifen, wie Sylvia Fresmann, Präsidentin des Verbandes der Dentalhygienikerinnen (DGDH), erklärte. Doch ihrer Erfahrung nach hätten gerade einmal 20 Prozent der Praxen ein solches: „Prophylaxe ist nicht gleich Zahnreinigung", mahnte Fresmann.

Sie gab praxisnahe Tipps für eine systematische Prophylaxe (Kategorisierung der Patienten nach Schweregrad der Probleme mit daraus abgeleiteten Recall-Abständen) und zeigte die Anwendung verschiedener Instrumente und Materialien (Ultraschallgeräte, CHX-Präparate).

„Mir haben vor allem die praktischen Teile gefallen – so kann ich direkt etwas für die Praxis mitnehmen", meinte Stefanie Fontaine aus Dresden. Auch ihre Kolleginnen Julia Bereczki und Julia Heinich aus der Praxis Dr. Karsten Schubert waren angetan und probierten sowohl das Blutzucker-Messgerät als auch den mobilen Ultraschall-Scaler direkt vor Ort aus. „Das bringt uns letztlich am meisten und macht auch Spaß", sagten beide übereinstimmend.

Alle Termine zum Workshop "Ihr Weg zur interdisziplinären Mundgesundheitspraxis" finden Sie in unserem Fortbildungskalender.

team-im-fokus.de

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