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Parodontitis-Fortbildung mit Prof. Dr. med. dent. Nicole Arweiler

„Acht von zehn Menschen in der Bevölkerung haben ein parodontales Problem“, so Prof. Dr. med. dent. Nicole Arweiler zur Therapie der Volkskrankheit Parodontitis. Die Abteilungsdirektorin am Lehrstuhl für Parodontologie der Universität Marburg veranschaulichte im Rahmen ihres Vortrages aus dem dentXperts education-Programm von Heraeus Kulzer anhand aktueller Studienergebnisse und Patientenfälle, wie effektiv antimikrobielle Begleittherapien sein können.

(Bildnachweis: © Heraeus Kulzer/ picture alliance/ Wieck) Das neue Fortbildungsprogramm „dentXperts education“ behandelt sowohl fachliche als auch unternehmerische Themen.

Anfang April fand in Saarbrücken bereits die zweite Veranstaltung der Zahnarztfortbildungsreihe „Möglichkeiten und Grenzen der nicht-chirurgischen Parodontitistherapie“ von Heraeus Kulzer statt. Prof. Dr. med. dent. Nicole Arweiler verdeutlichte zu Beginn ihres Vortrags, dass Prophylaxe, Frühdiagnostik und systematische Parodontitistherapie essentiell im Kampf gegen parodontale Erkrankungen sind. Anhand ihres Marburger Paro-Konzepts erläuterte sie, wie diese drei Grundpfeiler systematisch ineinander greifen und mit welchem zeitlichen Umfang der Behandler planen muss.

„Gingivitis ist kein Kavaliersdelikt

Bereits die Gingivitis zählt zu den parodontalen Erkrankungen, deren Entzündungsprodukte unbehandelt zu einer Parodontitis führen können. Eine fundierte Frühdiagnostik ist daher unerlässlich. Sind bereits Parodontitiden zu erkennen, gilt es schnell zu handeln, um betroffene Zähne zu erhalten und die Allgemeingesundheit nicht zu gefährden. Das klassische Scaling und Rootplaning (SRP) spiele hier die zentrale Rolle. Bei hoher Bakterienkonzentration oder extrem tiefen, schwer zugänglichen Taschen (≥6 mm) stoße SRP allein an Grenzen. „Es geht darum, managebare Taschen von 4 – 5 mm zu bekommen“, so Arweiler. „Dafür muss auch die Mundhygiene stimmen. Zeigen Sie ihren Patienten, wie sie Pflege- und Hygieneprodukte richtig anwenden. Und machen Sie klar: eine lebenslange, regelmäßige Nachsorge ist notwendig.“

Lokale Antibiose als unterstützender Faktor

Eine antimikrobielle Begleittherapie kann eine wirksame Unterstützung der Parodontitistherapie sein. Während Arweiler in der aktiven SRP-Phase eher eine systemische Antibiose empfiehlt, sieht sie in der Reevaluations-Phase oder im Rahmen der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) Vorteile durch lokale Antibiotika. Die gezielte Applikation in die betroffene Zahnfleischtasche sichere eine hohe Konzentration am Wirkort und sei unabhängig von der Patientencompliance. Hier setzt zum Beispiel Ligosan® Slow Release an: Das 14-prozentige Doxycyclin-Gel gibt seinen Wirkstoff kontinuierlich über einen Zeitraum von zwölf Tagen ab. Weitere Vorteile von Ligosansieht Arweiler in der zusätzlich antiinflammatorischen Wirkung und der einfachen Applikation. Die Wirkweise wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien sowie Publikationen nachgewiesen und das Antibiotikum hat sich bereits über viele Jahre auf dem Markt etabliert. Die Referentin verwies dabei auch auf die signifikant höhere Reduktion von Leitkeimen* und der Sondierungstiefe** bei der unterstützenden Anwendung lokaler Antibiotika. Ein weiterer Vorteil: Gegenüber Doxycyclin könne bisher keine Resistenzbildung beobachtet werden.* Zum Ende der Veranstaltung machte Arweiler deutlich, dass lokale Antibiotika eine fachkundige Reinigung der supra- und subgingivalen Bereiche nicht ersetzen: „Produkte sind nur so gut, wie die Reinigung der Zähne“.

Weitere Fortbildungen mit Prof. Dr. med. dent. Nicole Arweiler

Deutschlandweit sind in diesem Jahr noch vier weitere Veranstaltungen zur Parodontitistherapie geplant:

Mittwoch, 22.04.2015 in Oldenburg

Mittwoch, 09.09.2015 in Bochum

Mittwoch, 16.09.2015 in Erfurt

Mittwoch, 07.10.2015 im Raum Erding/Freising

Die Veranstaltungen finden nach den Leitsätzen und der Punktebewertung von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) statt. Teilnehmende Zahnärzte erhalten vier Fortbildungspunkte. Interessierte können sich informieren und anmelden bei Janice Hufnagel, Tel. 06181–35-4041, oder via E-Mail an janice.hufnagel@kulzer-dental.com">janice.hufnagel@kulzer-dental.com.

*Quelle: Ratka-Krüger P et al., J Periodontal. 2005 Jan;(1): 66 – 74

**Quelle: Matesanz-Pérez P, García-Gargallo M, Figuero E, Bascones-Martínez A, Sanz M, Herrera D.J.: A systematic review on the effects of local antimicrobials as adjuncts to subgingival debridement, compared with subgingival debridement alone, in the treatment of chronic periodontitis. Clin Periodontol. 2013 Mar;40(3):227-41

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