Weitere Online-Medien der Barometer Verlagsgesellschaft

Forschen und lernen: Die 18. DGDH-Jahrestagung

Mit einer Rekordbeteiligung von 140 Dentalhygieniker/Innen aus dem gesamten Bundesgebiet startete die 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/-innen DGDH e.V. in Ludwigsburg am 5. Juli 2012. Die zweitägige Tagung stand ganz im Zeichen der Parodontitis und Periimplantitis, den großen Herausforderungen im beruflichen Alltag der Teilnehmer.

Autor: Deutsche Gesellschaft für Dentalhygienikerinnen e.V.

Im Vorfeld der eigentlichen Tagung fand die Kick-Off-Veranstaltung der weltweit ersten
prospektiven Studie zur Prophylaxe periimplantärer Erkrankungen statt. Dafür trafen sich die
etwa 30 Dentalhygienikerinnen der teilnehmenden Praxen, um sich durch die Studienleiter
Prof. Dr. Johannes Einwag (Direktor des zahnmedizinischen Fortbildungszentrums
Stuttgart), PD Dr. Dirk Ziebolz (Universität Göttingen) und Sylvia Fresmann (1. Vorsitzende
der DGDH) über die Details des Studiendesigns und zu den Durchführungsmodalitäten
informieren zu lassen. Der besondere Dank der Studienleitung galt den Firmen Philips, EMS,
GABA, Colgate, Oral-B, KaVo, Curaden, American Eagle und ParoStatus.de, ohne deren
maßgebliche Unterstützung eine Realisierung dieser auf drei Jahre angelegten
Untersuchung nicht möglich gewesen wäre. Dieses Langzeitprojekt bietet sowohl den
teilnehmenden Praxen als auch den Dentalhygienikerinnen eine herausragende
Profilierungs- und Präsentationsmöglichkeit. Die Öffentlichkeitsarbeit dieser Multizenterstudie
realisiert die Arbeitsgruppe gesundes Implantat. Das Logo der Arbeitsgruppe, das ein in
gesunde Strukturen eingebettetes Implantat darstellt, ist damit gleichzeitig das Logo dieser neuen Studie.

Ab sofort neue Community für Verbandsmitglieder

Zur Unterstützung der internen Kommunikation der Studienteilnehmer untereinander und zur
Gewährleistung eines schnellen Informations- und Wissensaustausches zwischen den
Mitgliedern der DGDH wurde in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur WEFRA aus
Frankfurt eine moderne webbasierte Community-Plattform eingerichtet, die allen DGDHMitgliedern
zur Nutzung zur Verfügung steht. Thematisch sortiert soll hier im Laufe der Zeit
eine Wissensdatenbank entstehen, in der spannende Artikel, Berichte, Videosequenzen aus
Vorträgen, Bilder oder Filme zum webbasierten Lernen eingestellt werden. Die Community
dient gleichzeitig als virtuelle Verbandszeitschrift. Die Mitglieder können hier miteinander
chatten, Videokonferenzen abhalten und E-Learnings besuchen.

Speziell auf Dentalhygienikerinnen zugeschnittene Vorträge

Als erster Referent der Tagung setzte sich der Diplom-Biologe Michael Warncke aus
Hamburg in seinem Vortrag mit dem Spannungsfeld von Zahnpasten zwischen
Werbeversprechen und der Realität auseinander. Thematisiert wurden werbebasierte
Fragestellungen und daraus entstehende Erwartungshaltungen der Patienten. Neben
chemischen und physikalischen Eigenschaften beleuchtete Herr Warncke auch interessante
juristische Hintergründe. Unter den Zuhörerinnen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion
zu diesem stets aktuellen Thema.
Nach einer kurzen Mittagspause gab Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger (Universität Freiburg)
einen Überblick über zahlreiche Neuerungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der
Diagnostik und Therapie in der Parodontologie. Sie spannte dabei gekonnt den Bogen von
der digitalen Befundaufnahme über Behandlungsabläufe bis hin zur Bedeutung einer
risikogerecht organisierten Erhaltungstherapie und künftiger Entwicklungen. Praxisnah
beleuchtete Prof. Ratka-Krüger Schwierigkeiten bei der Integration genau dieser
Produktneuheiten in ein Behandlungskonzept und deren Erfolgswahrscheinlichkeit.

Gelungener Abschluss des ersten Teils der Tagung

Im Anschluss an die Vorträge am Donnerstag fand auch die Mitgliederversammlung der
Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/Innen e.V. (DGDH) statt. Etwa 90 anwesende
Mitglieder, darunter einige Fördermitglieder, entlasteten einstimmig den Vorstand und
wurden anschließend über Besonderheiten des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie
aktuelle Entwicklungen und Sachstände informiert. Als jüngstes Fördermitglied befand sich
auch das Aktionsbündnis gegen Periimplantitis unter den Anwesenden. Mit dem Ausblick auf
die kommenden Jubiläen in den nächsten zwei Jahren – die DH-Aufstiegsfortbildung in
Baden-Württemberg feiert ihren 20., die DGDH ihren 15. Geburtstag - entließen die
Vorstandsmitglieder die Teilnehmer/Innen zur Abendveranstaltung. Bei gutem Essen und
leckerem Wein diskutierten die Kolleginnen rege den Berufsalltag als Dentalhygienikerin,
frischten alte (Lehrgangs-)erinnerungen auf und feierten über Bundesländergrenzen hinweg
viele Wiedersehen. Bei der Anreise hatte eine Teilnehmerin aus Rügen eindeutig den
größten Einsatz bewiesen: Sie war zehn Stunden unterwegs gewesen, um an der
diesjährigen DGDH-Tagung teilnehmen zu können.

Lehrreiches zu Mundspülungen und dentalen Erosionen

Als erste Referentin des zweiten Kongresstages referierte Frau Prof. Dr. Nicole Arweiler
(Philipps-Universität Marburg) über die Wirkweise und den sinnvollen Einsatz von
Mundspülungen. Damit knüpfte dieser Vortrag inhaltlich sehr gut an die Vorträge des
Vortages an. Prof. Arweiler hinterfragte kritisch die wissenschaftlichen Hintergründe und
Indikationsgebiete von antibakteriellen Wirkstoffen in Mundspüllösungen im Zusammenhang
mit dem Mundhygieneverhalten von Patienten.
Dr. Cornelia Frese (Marburg) skizzierte in ihrem Vortrag die Zusammenhänge zwischen
Ernährung und dentalen Erosionen. In den Vordergrund rückte sie dabei den Aspekt, dass in
allen Altersgruppen aufgrund eines hohen Versorgungsstandards und einer
präventionsorientierten Zahnheilkunde ein Rückgang der Karieserkrankungen zu beobachten
ist. Veränderungen im Lebensstil, in der Ernährung und bei der Auswahl von Lebensmitteln
führen zu einer stetigen Zunahme von erosiven Demineralisationen, so Dr. Frese. Anhand
von klinischen Fallbeispielen beleuchtete sie Ursachen, Entstehung, Diagnostik,
Management und individuelle Betreuungserfordernisse bei betroffenen Patienten.
Abgerundet wurde ihr Vortrag mit präventionsorientierten Beratungstipps zum Ernährungsund
Trinkverhalten bei gleichzeitig optimierter Mundhygiene.

Neue Entwicklungen in der DH-Weiterbildung

Im Rahmen der DH-Tagung setzten sich die Mitglieder mit den Perspektiven des
akademischen Abschlusses „Bachelor Dentalhygiene“ auseinander. Prof. Johannes Einwag
(Direktor ZFZ Stuttgart) stellte mit Blick auf den Bologna-Prozess die Entwicklung und den
derzeitigen Sachstand in Baden-Württemberg und die entsprechenden Tendenzen im Bund,
soweit bislang bekannt, vor. Dieses Thema wurde kontrovers, aber sachorientiert diskutiert.
Die weitere Entwicklung wird von der DGDH aktiv begleitet werden. Über Ergebnisse, Sachund
Zwischenstände informiert die DGDH auf der oben genannten Community-Plattform.

www.dgdh.de

Weitere Beiträge