12. Februar 2010 in Kategorie: Beruf
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer bestandenen Berufsausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten. Sie haben sich für einen sehr interessanten, kreativen und abwechslungsreichen Beruf entschieden. Mit dieser Grundlage stehen Ihnen viele Türen für eine berufliche Qualifikation offen…
Autor: Jana Brandt
Je nach Interessengebiet können Sie sich in verschiedenen Bereichen der Zahnmedizin weiterbilden. Die berufliche Qualifizierung wird gem. §54 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) von allen Zahnärztekammern (ZÄK) angeboten. Die Aufstiegsfortbildungsrichtungen der ZÄK sind jedoch sehr unterschiedlich. Nicht jede ZÄK bietet alle Möglichkeiten an. Sie sollten sich genau informieren, an welcher Kammer Sie Ihre gewünschte Qualifizierung abschließen können. Die Fortbildungs- und Prüfungsinhalte sind jedoch nach staatlich genehmigten Prüfungsordnungen zusammengestellt. Dies ergibt eine sehr hohe und nahezu gleichwertige Ausbildung und Qualifikation.
| Spezialisierung – mit und ohne Prüfung | Verwaltungsbereich – mit Prüfungsabschluss | Prophylaxe – mit Prüfungsabschluss |
|---|---|---|
| Als Einstieg kann man durch zusätzliche Qualifikationen und durch Prüfungen an den ZÄK in abgeschlossenen Teilbereichen zusätzliche Delegationsmöglichkeiten in der ZAP erreichen. |
Die hier angebotenen Qualifizierungen ermöglichen selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten. |
Eine Praxis ist ohne Prophylaxebereich heute nicht mehr denkbar. Diese Aufstiegsfortbildung eröffnet eine im höchsten Maße selbstständige Tätigkeit in der Praxis. |
| Fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte: Prophylaxe, Prothetische Assistenz, Kieferorthopädische Assistenz, Chirurgische Assistenz, Verwaltung und Abrechnung, Röntgen, Betreuung von älteren Patienten oder Kinderbetreuung |
Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV): • Fortbildungsumfang von mindestens 350 Stunden in allen Bereichen der Verwaltung, Organisation, Mitarbeiterführung und Abrechnung |
Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP): • Fortbildungsumfang von mindestens 400 Stunden in den Bereichen Individualprophylaxe, Zahnerhaltung, Implantologie und Parodontologie |
| Zahnmedizinische Fachassistentin (ZMF): Systematische Fortbildungsmaßnahme mit mindestens 700 Stunden in den Bereich der Zahnärztlichen Assistenz |
Assistentin für Zahnärztliches Praxismanagement (AZP): Fortbildungsumfang von mindestens 600 Stunden in den Bereichen Abrechnung, Personal-und Qualitätsmanagement, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre |
Dentalhygienikerin (DH): Fortbildungsumfang von mindestens 950 Stunden in den präventiven und therapeutischen Maßnahmen in der Zahnarztpraxis |
Bitte beachten Sie, dass Sie bei bestimmten Aufstiegsfortbildungen eine ein- bis zweijährige Berufserfahrung benötigen oder insbesondere bei der DH-Qualifikation die Ausbildung zur ZMP. Die nachfolgende Übersicht gibt Ihnen wichtige Informationen für Ihre Karriereentscheidung: Die Aufstiegsfortbildung findet in Tagesseminaren, Modulen und Kompaktkursen statt. Die Weiterbildungszeit kann also individuell zusammengestellt werden und als Teilzeit, Vollzeit oder aber auch Fernlehrgang genutzt werden. Die Angebote sind also sehr flexibel und individuell und lassen sich in das normale Berufsleben integrieren. Es bieten Ihnen aber auch zahlreiche private Unternehmen verschiedene Möglichkeiten der beruflichen Qualifikation an. Der
Abschluss einer solchen Ausbildung ist ein privater Abschluss und wird im Gegensatz zu dem an einer ZÄK erlangten Abschluss anders bewertet. Gemäß BBiG sind nur die ZÄ-Kammern die zuständige Stelle für die Fortbildung von zahnärztlichem Praxispersonal, sie sind berechtigt hoheitliche Lehrgangsprüfungen abzuschließen. Das heisst aber nicht, dass die Angebote von privaten Trägern eine minderwertige Ausbildung bieten. Sie finden dort mitunter sehr interessante
Qualifikationen, die die Bedürfnisse der Zahnarztpraxen in den unterschiedlichsten Bereichen abdecken. Die dort erlangte
Qualifikation ist eine sehr gute Ergänzung für den Praxisbetrieb und allein der Zahnarzt / die Zahnärztin entscheidet, inwieweit sie oder er die Qualifikation anerkennt und natürlich das eigene Interesse an diesem Fachbereich. Die Finanzierung dieser Weiterbildungen ist neben einer eigenen Finanzierung auch über staatliche Fördermittel oder über Bildungsschecks des Arbeitsamtes möglich. Sie kann aber auch von dem jeweiligen Praxisinhaber übernommen werden, dies hat aber oft eine zeitliche Bindung an die Praxis zur Folge. Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg, interessante Fortbildungen, ein angenehmes Arbeitsklima mit einem netten Team und natürlich sympathische Patienten.
| Weiterbildungsmöglichkeiten | Links zur Weiterbildungsförderung | Forum |
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| Zahnärztekammern in allen 16 Bundesländern: Des Weiteren bieten auch Firmen, Verbände, Verlage und Pharmaunternehmen private, gezielte und individuelle Qualifizierungen an. |
Bildungsscheck: Info´s gibt es über Volkshochschulen, Arbeitsagenturen oder auch die IHK, etc. Bildungsgutscheine: Arbeitsämter, Berufsbildungsträger, Bildungsprämie: www.bildungspraemie.info Meister BAföG: www.meisterbafoeg.info Begabtenförderung: www.begabtenfoerderung.de |
Ein wichtiges und sehr informatives Forum ist unter www.praxisfit.de zu finden. Hier können Sie sich austauschen, Informationen über Aus- und Weiterbildungen finden, Erfahrungsberichte und die Einschätzung bzw. Tipp´s von Kolleginnen lesen. Sollten sich Fragen ergeben, so bekommt man hier sehr schnell und umfangreich Antworten auf die unterschiedlichsten Themenbereiche. |

