17. Februar 2011 in Kategorie: Beruf
Wer soll da noch den Überblick behalten? Neue Regelungen, Richtlinien und gesetzliche Vorgaben. Wie wird die neue Behandlungsmethode abgerechnet und was kann man zur Honorarsicherung unternehmen?
Jana Brandt, ZMV
Als Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV) erlernen Sie den Überblick. Wenn Sie neben der Praxistätigkeit im Behandlungszimmer ein großes Interesse an der Verwaltung, Organisation und Abrechnung haben, ist diese Aufstiegsweiterbildung sehr interessant für Sie. Die Aufstiegsweiterbildung zur ZMV befasst sich mit allen Grundlagen der Abrechnung, verwaltungsbezogenen Bereichen, Organisation und Management. Dies sind die Grundlagen für eine wirtschaftliche und langfristige Führung einer Zahnarztpraxis. Wobei das Wort „Führung“ nicht so streng zu betrachten ist. Jedoch ohne fundiertes Fachwissen ist der langfristige Bestand einer Zahnarztpraxis in der Zukunft schwierig.
Als ZMV lernen Sie, die Zahnarztpraxis unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Dies schließt nicht nur die Abrechnung und Verwaltung ein, sondern eine möglichst praxisbezogene Struktur und Organisation unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu entwickeln. Der Aufgabenbereich der ZMV ist vielseitig und abwechslungsreich. Sie können eigenverantwortlich arbeiten, in Absprache des Praxisinhabers/-in Entscheidungen treffen und bedingt durch die stetig wachsenden Änderungen im Gesundheitsbereich immer neue Herausforderungen meistern. Gern wird hier eine gewisse Langweiligkeit oder Trockenheit im Berufsleben befürchtet, dies ist jedoch nicht so. Der Bezug zum Sprechzimmer ist weiterhin zwingend notwendig, denn wenn Behandlungsabläufe nicht bekannt sind, kann man diese auch nicht praxisbezogen abrechnen. Somit bleibt der Grundberuf der ZFA erhalten und wird durch verstärkte Verwaltungsaufgaben bereichert.
Der Kontakt mit Patienten ist ebenso wichtig, wie auch der Kontakt mit den unterschiedlichsten Krankenkassen. Aber
Sie finden in Ihrer Tätigkeit eine erweiterte Bürotätigkeit und größere Kontakte mit den Abrechnungsstellen. Die Aufstiegsweiterbildung zur ZMV ist sehr umfangreich und anspruchsvoll, Sie werden in vielen Bereichen umfassendes Wissen erwerben. Das ist auch sehr wichtig, denn als ZMV werden Sie eine große Verantwortung in Ihrer Praxis übernehmen. Die erlangten Kenntnisse lassen sich sehr gut in die Bewertung und Neuorganisation Ihrer Praxis integrieren, damit wird im gesamten Team eine deutliche Arbeitserleichterung spürbar sowie für den Praxisinhaber/-in eine wünschenswerte, erkennbare wirtschaftliche Verbesserung. Auch wenn diese erst nach einem Umdenken oder Veränderungsprozessen deutlich werden. Mitunter erlangen viele ZMV die Befugnisse einer Praxisleitung und arbeiten selbstständig und sehr eigenverantwortlich. Für die Inhalte der Aufstiegsweiterbildung zur ZMV wird häufig die Musterberufsordnung der BZÄK als Grundlage genutzt.
Es gibt in Deutschland mittlerweile nicht nur die regionalen Zahnärztekammern als Anbieter, sondern auch freie Anbieter. Dieser Umstand ermöglicht Ihnen, in der Auswahl des richtigen Anbieters auf Ihre eigenen Ansprüche zu achten. Die Inhalte und Ausbildungswege können sehr unterschiedlich sein. Deshalb sollten Sie genau wissen, was Sie von Ihrer Ausbildung erwarten und in welchem Rahmen dies stattfinden soll. Dabei sollte eine Kammerzertifizierung der Zahnärztekammern nicht die oberste Priorität einnehmen, denn aufgrund des Delegationsrahmens der Bundeszahnärztekammer finden Sie im Bereich der Verwaltungstätigkeit keine Einschränkung vor. Hier zählt einzig und allein der Ausbildungsinhalt und wie der Ausbildungsschlüssel des Anbieters gestaltet ist. Sie können jedoch unter Nachweis Ihrer Ausbildung bei einem freien Anbieter (d.h. den Mindeststundenumfang) eine Kammerzertifizierung an einer Zahnärztekammer erlangen. Anhand der Musterberufsordnung der Bundeszahnärztekammer gibt es folgende Kernpunkte, die in einem Mindestumfang von 350 Stunden erbracht werden: Zugang zur Aufstiegsweiterbildung haben ZFA mit Berufserfahrung (häufig 1 Jahr), die alle wichtigen Unterlagen in beglaubigter Form vorlegen. Je nach Anbieter sind diese Unterlagen oder Nachweise gesondert zu erfragen. Die Dauer der Aufstiegsweiterbildung kann sich sehr unterschiedlich gestalten, je nach Stundenumfang. Hier gibt es variabel gestaltete Angebote, von der berufsbegleitenden Modulausbildung bis hin zum Fernlehrgang.
In der Zukunft gestalten sich die Tätigkeitsmöglichkeiten als ZMV sehr interessant. Fachpersonal für die Verwaltung wird immer wichtiger. Sie können sogar freiberuflich als ZMV tätig werden und mehrere Zahnarztpraxen in Bereichen der Verwaltung, QM oder Abrechnung betreuen. Diese Möglichkeit ist sehr lukrativ, wenn man als Praxisinhaber/-in zwar das Fachwissen für die eigene Praxis benötigt, aber keine Vollzeitbeschäftigung anbieten kann.
Für die Aufstiegsweiterbildung können Sie Bildungsgutscheine und Hilfen erhalten, damit Sie Ihren Traumberuf realisieren können. Eslohnt sich die Anbieter gezielt zu fragen, oft wird die Kursgebühr als Staffelzahlung angeboten. Im Vordergrund sollten jedoch der Ausbildungsinhalt und die Organisation der Weiterbildung stehen.
Mögliche Anbieter zur ZMV-Ausbildung (Auswahl):
• Regionale Zahnärztekammern (gezielt nachfragen)
• praxisDienste (www.praxisdienste.de)
• dentkom (www.dentkom.de)
• FA´Dent (www.fa-dent.de)

