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30. Mai 2011 in Kategorie: Beruf

Nach der Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten möchten sich viele Berufseinsteigerinnen neu orientieren. Doch wer die neue Herausforderung sucht, sollte nichts dem Zufall überlassen. Eine konkrete Vorstellung, wie man sich seine berufliche Zukunft vorstellt, ist bei der Planung sehr hilfreich. Neben dem Standort, der fachlichen Ausrichtung und dem Renommee kann auch die Größe einer Zahnarztpraxis bei der Entscheidungsfindung interessant sein. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen eine große Zahnarztpraxis in Berlin-Lichtenrade vor.

Robert Hoffmann

Die meisten Zahnärzte bilden in der Regel aus, um die Auszubildenden später zu übernehmen. Doch die Berufseinsteiger sind nicht immer zu halten. So stellen viele während der Ausbildung fest, dass eine kleine Praxis möglicherweise nicht die Perspektiven bietet, die man mit dem Beruf verbindet. Schon strukturell bedingt eröffnen sich in einer großen Zahnarztpraxis mehr Chancen. Bereits das umfassende Behandlungsangebot und verschiedene Abteilungen ermöglichen ganz unterschiedliche Einsatzgebiete. Dort können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen eingesetzt werden. Häufig erschließen sich den Beschäftigten in einem großen Unternehmen auch neue Tätigkeitsgebiete, die sie bisher noch nicht kennengelernt haben bzw. nur aus der Theorie kennen.

Entwicklung zur Großpraxis

Das Zahnmedizinische Zentrum Berlin ZZB der Zahnärzte Dr. Groenke & Partner gehört mit über 100 Mitarbeitern, 1.000 qm Behandlungsfläche und bis zu 300 Patienten täglich, zu den großen Zahnarztpraxen in Deutschland. „Unsere Praxis die vor 25 Jahren von Dr. Frank-D. Groenke gegründet wurde, war ursprünglich nicht so groß“, erklärt Diana Meyer, verantwortlich für die Organisation und das Marketing des zahnmedizinischen Unternehmens. „Die Größe hat sich kontinuierlich entwickelt. Zum einen ist der Patientenstamm gewachsen, zum anderen mussten wir uns den Bedürfnissen der Patienten und den Erfordernissen einer modernen Zahnarztpraxis in der Großstadt anpassen. Damit verbunden waren dann Spezialisierungen auf verschiedenen Fachgebieten, eine Modernisierung und Verbesserung der Ausstattung sowie eine stetige Erweiterung der Praxisräume und des Teams.“

Inzwischen sorgen zwölf Zahnärztinnen und Zahnärzte für eine moderne zahnmedizinische Rundumversorgung mit den Schwerpunkten Implantologie, Implantatprothetik, Ästhetische Zahnheilkunde, Prothetik, Halitosisbehandlung, Amalgamsanierung, Ästhetisch-rekonstruktive Zahnheilkunde, Endodontie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie und Oralchirurgie. Eine große Prophylaxeabteilung (PUZ) mit acht Mitarbeiterinnen rundet das Angebot des ZZB ab. Bei fachgebietsübergreifenden Behandlungen ermöglicht die Praxis mit ihren Spezialisierungen einen fachlichen Austausch unter den Kollegen und bietet Unterstützung in den einzelnen Behandlungsphasen. Diese Zusammenarbeit optimiert die Behandlungsabläufe und sichert den individuellen Behandlungserfolg. Durch die angeschlossenen Fachbereiche und Spezialisten können Wissen gebündelt und Synergien genutzt werden.

Die Praxis ist auch zahntechnisch gut aufgestellt. In einem eigenen zahntechnischen Meisterlabor wird mit modernsten Materialien und bester Labortechnik hochwertiger Zahnersatz gefertigt. Bis auf das Labor, das sich in einem Nachbargebäude befindet, sind sämtliche Behandlungsbereiche in einem großen Gebäude untergebracht.

Intranet unverzichtbar

„Ein wichtiger Teil der Kommunikation in einem großen Haus ist das Intranet“, so Diana Meyer. „Eine Praxis mit über 100 Mitarbeitern erfordert einen hohen Kommunikationsstandard. Zwar sind regelmäßige Meetings und Teamleiterbesprechungen wichtige Tools in der Kommunikation, aber das Intranet ist dabei unverzichtbar. In einem langen Entwicklungsprozess haben wir deshalb ein ganz auf die Bedürfnisse der Praxis und seiner Mitarbeiter abgestimmtes Kommunikations- und Wissensportal entwickelt. Jeder Berechtigte kann und muss sich über alle relevanten Abläufe zur Praxis im Intranet informieren. So können beispielsweise kurzfristig Dienstplanänderungen oder Check- und Terminlisten abgerufen werden. Wer möchte, kann zur Optimierung der Praxisabläufe Verbesserungsvorschläge machen oder auch persönliche Mitteilungen, wie Geburtstage etc. über das interne Netz bekannt machen.“

Massenabfertigung statt Betreuung?

Kritiker sehen in Großpraxen und Zahnkliniken die Gefahr der Massenabfertigung, bei der die Patienten auf der Strecke bleiben und nur der Profit zählt. Denn schließlich müssen die Fachabteilungen gut ausgelastet sein, damit sich so ein großes Unternehmen überhaupt lohnt. Diana Meyer sieht diese Gefahr beim ZZB nicht: „Patienten erhalten die Versorgung, die medizinisch notwendig und sinnvoll ist. Sie profitieren wie oben dargestellt, durch die Erweiterungen und Spezialisierungen, was auch komplexere Behandlung ermöglicht. In einer kleinen Praxis der Grundversorgung wäre das so nicht realisierbar. Was die persönliche Betreuung der Patienten betrifft, so unterscheidet sich diese nicht von einer kleineren Praxis. Zum einen, weil sich die Behandlungsbereiche auf verschiedenen Etagen befinden und zum anderen die Patienten von ihrem Praxisteam regelmäßig betreut werden.“

Teil eines großen Teams

Durch die Kooperation mit diversen Hochschulen und Universitäten findet ein regelmäßiger wissenschaftlicher Austausch statt. Diese Kooperation dient der aktiven Nachwuchsförderung, deshalb sind Studierende zur praktischen Prüfungs-Begleitung regelmäßig zu Gast im ZZB. Außerdem gehören derzeit 15 Auszubildende zum Team des ZZB.

Neben den klassischen Ausbildungsinhalten bekommen sie hier Einblick in alle relevanten Bereiche der Zahnmedizin und können auch komplexere Fälle sowie längere fachübergreifende Behandlungen kennenlernen. Einige Bewerberinnen haben sich ganz bewusst für das ZZB entschieden, um die genannten Möglichkeiten zu nutzen. Viele Auszubildende schätzen auch die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsangebote, die regelmäßig für Mitarbeiter und Auszubildende angeboten werden; ebenso die Option, sich später entsprechend spezialisieren zu können, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Über mangelnde Bewerber kann sich das ZZB nicht beklagen, aber viele scheitern bereits an den formalen Hürden. Nicht wenige Bewerbungen, beklagt Diana Meyer, sind standardisiert und man merkt sofort, dass sich die Bewerberinnen nicht wirklich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Sie rät deshalb generell, sich schon vor einer Bewerbung über die Ausbildung und das Unternehmen umfassend zu informieren.

„Um herauszufinden, ob eine Kandidatin für einen Ausbildungsplatz geeignet ist und auch wir dem Bewerber entsprechen, bieten wir ein mehrwöchiges, bezahltes Praktikum an“, so Diana Meyer. „Das Kennenlernen hat sich bewährt. Gerade die Tätigkeit in einer großen Zahnarztpraxis, wo täglich viele Patienten betreut werden, fordert ein hohes Maß an Disziplin, Engagement und auch die Bereitschaft, in Stresssituationen noch freundlich zu bleiben. Man ist Teil eines großen Teams, das funktionieren und kooperieren muss. Denn bei allem steht stets der Patient im Mittelpunkt. Ideal wären deshalb Kandidaten, die außerdem Eigeninitiative zeigen, begeisterungsfähig sind und das Herz am rechten Fleck haben.“

Obwohl Diana Meyer gerne organisiert, ist die Personalplanung einer großen Zahnarztpraxis eine echte Herausforderung: „Durch die überwiegend jüngeren Mitarbeiterinnen gibt es naturgemäß eine gewisse Fluktuation auch durch Schwangerschaft. Das Praxisteam muss deshalb immer wieder neu zusammengestellt werden und geeignete Mitarbeiter für die einzelnen Fachbereiche zu finden, ist nicht immer einfach. Auf diese Situation müssen sich auch Kolleginnen und Kollegen einstellen.“ „Bei allen Vorteilen und Chancen einer großen Zahnarztpraxis, eine Kuschelpraxis sind wir nicht. Wer es lieber gemütlich hat, ist in einer kleinen Landpraxis vermutlich besser aufgehoben.“

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