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Nutzen & Grenzen von Mundspülungen in der häuslichen Mundhygiene

Am 9. November fand im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages 2013 das DGZ-Symposium in Frankfurt am Main statt. Im Rahmen der Veranstaltung, diskutierten hochkarätige Referenten in interaktiven Vorträgen neueste Erkenntnisse zum Thema „Nutzen & Grenzen von Mundspülungen in der häuslichen Mundhygiene“. Die Referenten stimmten darin überein, dass die tägliche 3-fach-Prophylaxe aus Zähneputzen, Zahnzwischen-raumpflege und antibakterieller Mundspülung die Basis für eine optimale Mundhygiene bildet. Ein Fokus des Symposiums lag daher auf der Bedeutung antibakterieller Mundspüllösungen zur Prävention von Krankheiten wie Karies, Parodontitis und Gingivitis. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Therapie bei hypersensitiven Zähnen. Mundspülungen mit Fluorid, Chlorhexidin oder auf Basis ätherischer Öle, wie etwa Listerine®, tragen bei täglicher Anwendung zur Verbesserung der Mundgesundheit.

Autor: Johnson & Johnson GmbH

Über eine interaktive TED-Abstimmung wurden die Teilnehmer des Symposiums unter anderem nach ihrem Empfehlungsverhalten im Hinblick auf die Anwendung von Mundspülungen befragt. Knapp ein Drittel der anwesenden Dentalexperten gab an, Patienten den regelmäßigen Gebrauch einer Mundspülung zu empfehlen, insbesondere bei der Behandlung von Gingivitis und Plaque sowie bei Halitosis. Zudem gaben 54% der Anwesenden an, selbst regelmäßig eine Mundspülung zur Plaquekontrolle zu verwenden. Listerine war dabei die am häufigsten genannte Marke.

Die Anwendung einer Mundspülung als Bestandteil der täglichen 3-fach-Prophylaxe zusammen mit Zahnbürste und Interdentalreinigung kann langfristig die Zahngesundheit verbessern. Denn mit der Zahnbürste allein werden lediglich 25% des gesamten Mundraumes gereinigt. Mundspülungen ergänzen die tägliche Mundhygiene und erreichen auch die Stellen, die bei der mechanischen Reinigung nicht erreicht werden. So kann den häufigsten Erkrankungen wie Karies und Parodontitis vorgebeugt werden. Auch bei hypersensitiven, schmerzempfindlichen Zähnen eignet sich eine Mundspülung, um die Schmerzursachen zu bekämpfen.

Nutzen und Grenzen von Mundspülungen

Das DGZ-Symposium bot Zahnärzten und Prophylaxeassistenten die Möglichkeit, sich intensiv über die Möglichkeiten und den Einsatz von Mundspülungen in der häuslichen Mundhygiene zu informieren. Insbesondere bei der Vorbeugung von Karies und Parodontitis zeigt sich der Nutzen antibakterieller Mundspülungen. Dabei stehen unterschiedliche Mundspülungen mit ätherischen Ölen, Fluorid oder auch mit Chlorhexidin zur Verfügung.

So seien Präparate mit Chlorhexidin „für akute Maßnahmen bei der Plaquekontrolle gut geeignet", erklärt Prof. Dr. Michael J. Noack, Lehrstuhlinhaber und Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Klinikums der Universität zu Köln, allerdings könne es bei längerfristiger Anwendung zu „Verfärbungen von Zähnen und Zunge sowie zu Geschmacksirritationen kommen". Von einer Langzeitanwendung mit Chlorhexidin rät er folglich ab. Produkte auf Basis ätherischer Öle seien im Vergleich dazu zur Langzeitanwendung geeignet und reduzierten sowohl das Plaque- als auch Gingivitisrisiko deutlich. Mundspülungen auf der Wirkbasis ätherischer Öle, wie z.B. Listerine, sind laut Prof. Noack in der chemischen Plaquekontrolle zu bevorzugen. Listerine bietet den Vorteil, keine Resistenzen bei den Bakterien hervorzurufen und in der Langzeitanwendung Zähne und Zahnfleisch nicht zu verfärben.

Bedeutung von Fluorid in der Kariesprophylaxe

Kariesprophylaxe ist in der Zahnarztpraxis von besonderer Bedeutung. Fluoridhaltige Mundspülungen eignen sich für die tägliche Prophylaxe. Das Fluorid remineralisiert und stärkt die Zähne und beugt so Karies vor. „Fluoridhaltige Mundspülungen wirken der Entstehung von Karies entgegen", so Prof. Dr. Elmar Hellwig, Ärztlicher Direktor der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie am Universitätsklinikum Freiburg und Vorstandsmitglied der Bezirkszahnärztekammer Freiburg. So könne insbesondere „bei kariesaktiven Patienten durch regelmäßige und kontinuierliche Anwendung von fluoridhaltigen Mundspüllösungen eine Kariesreduktion erzielt werden".

Hypersensitive Zähne: Ein Schmerz – viele Ursachen

Schmerzempfindliche Zähne können zahlreiche Ursachen haben: Wird die Zahnhartsubstanz als Folge von Parodontalerkrankungen oder einer aggressiven Mundhygiene abgetragen, können Abrasionen oder Abfraktionen der Grund für hypersensitive Zähne sein. Aber auch kieferorthopädische Behandlungen oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten und der damit einhergehende Verlust an Zement an exponierten Wurzeloberflächen können die Beschwerden hervorrufen. Ehemals geschützte Dentinkanälchen (Tubuli) werden dabei offengelegt, so dass bestimmte Reize wie Hitze, Kälte, Süßes oder Säuren sowie Druck Schmerzen verursachen können. Dabei drückt das in den Tubuli enthaltene Dentinliquor auf die Nerven im Zahn und löst den Schmerz aus. „Erhöhte Dentinsensibilitäten sind mit einer durchschnittlichen Prävalenz von 20 bis 50% bei Patienten zwischen 20 und 40 Jahren anzutreffen", so Privatdozent Dr. Michael Wicht, Oberarzt der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität zu Köln. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Sanfte Mundhygiene für hypersensitive Zähne

Wichtig bei der täglichen Mundhygiene sind optimal aufeinander abgestimmte Produkte, die helfen, das Dentin zu schonen. Bei schmerzempfindlichen Zähnen kommen neben einer Kausaltherapie auch Therapien, die der Anhebung der Depolarisationsschwelle dienen oder die Okklusion der Dentintubuli herbeiführen berücksichtigt werden. Dabei können unterstützend Präparate mit Fluorid, mit Pro-Argin-Technologie oder insbesondere mit der LADS-Technologie mit Kaliumoxalat (Listerine Professional Sensitiv-Therapie) eingesetzt werden. „Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Kaliumoxalat in Mundspüllösungen eine signifikante Reduktion der Schmerzempfindlichkeit innerhalb weniger Tage bewirkt", so Dr. Wicht.

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