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Deutschlands Zähne immer gesünder

Noch nie wurden in Deutschland so wenige Zähne gezogen. Das zeigt eine aktuelle Statistik (1) der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), welche die Organisation in ihrem Statistischen Jahrbuch kürzlich veröffentlichte. Auch die Zahl der Füllungen ist in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen.

Autor: Informationsstelle für Kariesprophylaxe

Travis Hunter, Gettyimages

Deutschland zählte in den 80er Jahren zu den Industrieländern mit der höchsten Kariesrate. Erst in den letzten 15 Jahren hat sich die Zahngesundheit in der Bundesrepublik deutlich verbessert. Im Jahr 2012 zogen die deutschen Zahnärzte knapp 13 Millionen Zähne auf Kassenkosten. 2002 lag dieser Wert noch bei über 16 Millionen. Die Zahl der Füllungen sank in diesem Zeitraum von 84,4 Millionen auf 52,5 Millionen.

Bessere Prophylaxe – bessere Zähne

Als Ursache für diesen Rückgang gibt die KZBV die verstärkten Präventionsprogramme an, die seit rund 25 Jahren bei Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen durchgeführt werden. Aber auch die bessere Versorgung der Menschen hierzulande mit Fluorid spielt eine wesentliche Rolle. „Fluorid ist ein wichtiger Baustein des Zahnschmelzes. Es hemmt die Bildung von Karies und repariert beginnende kariöse Stellen", erklärt Professor Dr. Stefan Zimmer, Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten/Herdecke.

Mit Fluoriden gegen Karies

Eine Möglichkeit der Fluoridprophylaxe ist fluoridiertes Speisesalz, das seit 1991 auf dem deutschen Markt erhältlich ist und seitdem dazu beiträgt, die Zahngesundheit der Menschen zu verbessern. Das Herstellen von Fluoridsalz ist in Deutschland auf Basis einer Ausnahmegenehmigung erlaubt, die zuletzt im Januar 2011 verlängert wurde. „Die kariesvorbeugende Wirkung von fluoridiertem Speisesalz ist inzwischen durch zahlreiche Studien(2,3,4) belegt", resümiert der Experte. Im Rahmen der Fluoridierungsmaßnahmen bietet dieses Salz eine einfache und preiswerte Möglichkeit, Karies noch besser vorzubeugen. „Fluoridiertes Speisesalz wirkt vor dem Verschlucken lokal durch den direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche", so Professor Zimmer. „Es erhöht die Fluoridkonzentration im Speichel und schützt so schon beim Essen vor Karies".

Neben der Verwendung von fluoridiertem Speisesalz empfehlen Zahnärzte, eine Zahncreme mit Fluorid zu benutzen. „Für Kinder unter sechs Jahren gibt es spezielle Kinderzahnpasten. Sie enthalten lediglich 500 ppm Fluorid. Kinder ab dem sechsten Geburtstag, Jugendliche und Erwachsene putzen dagegen zweimal täglich mit einer Zahnpasta mit möglichst hohem Fluoridgehalt von bis zu 1.500 ppm", fasst Professor Zimmer zusammen.

Darüber hinaus spielen zur Vorbeugung von Karies auch eine zahngesunde Ernährung sowie der regelmäßige Gang zum Zahnarzt eine Rolle. „Mit diesen Maßnahmen wird die Karies in Deutschland immer weiter zurückgehen und die Füllungen und Extraktionen werden auch in Zukunft weiter abnehmen", zeigt sich Professor Zimmer zuversichtlich.

Quellen:

  • 1) Statistisches Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (2013): http://www.kzbv.de/seiten-88-89-aus-kzbvjb2013.download.e3c28c1a49fd4e2b80661c8b0faf8609.pdf
  • 2) Pieper et al (2007): Association of preventive measures with caries experience expressed by outcome variables Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 11 7: 10 / 2007
  • 3) Yüksel (2010) Karieserfahrung bei Kleinkindern - Korrelation zu verschiedenen Ernährungs- und Prophylaxeparametern; med. Dis. Berlin
  • 4) Pieper (2010) Epidemiologische Begleituntersuchung zur Gruppenprohylaxe 2009. Gutachten. DAJ, Bonn

www.kariesvorbeugung.de

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