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Parodontitis: Siebenfaches Risiko einer Frühgeburt

Schwangere Frauen entwickeln häufig eine Form der Schwangerschafts-Gingivitis. Der Grund dafür ist die Veränderung verschiedener Hormonspiegel im Körper während der Schwangerschaft. Eine erhöhte Durchlässigkeit des Zahnfleisches ist verantwortlich dafür, dass in dieser Zeit bereits geringe Mengen von Plaque im Bereich des Zahnfleischsaumes zu Entzündungen führen können.

Autor: Carsten Stinshoff-Hinselmann

Studien belegen, dass das Risiko einer Frühgeburt oder eines untergewichtigen Neugeborenen bei Frauen mit einer Parodontitis siebenmal höher als bei Frauen mit gesunden Zähnen und gesundem Zahnfleisch ist. An der Fruchtblasenwandung von zu früh geborenen Kindern wiesen Forscher exakt die Keime nach, die zwischen Zahnfleisch und Zahn der Schwangeren zu finden sind.

Am besten klärt die Prophylaxehelferin über die Zusammenhänge auf, damit Patientinnen das Wissen bei einer Schwangerschaft frühzeitig bei der Mundhygiene umsetzen können. Werdenden Müttern rate ich z. B., die Zahnbürste noch häufiger zu wechseln oder zu desinfizieren, damit es nicht zu Re-Infektionen durch Parodontitis auslösende Keime kommt.

Neuerdings gibt es dafür ein chlorhexidinhaltiges Dentalspray („anti-infect"), mit dem schnell und unkompliziert desinfiziert werden kann. In meiner Praxis empfehle ich schwangeren Patientinnen, Zahnbürste, Zungenschaber und Interdentalbürste täglich zu desinfizieren. Auch Patientinnen mit Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs) rate ich zur Desinfektion der Zahnbürste, denn so lässt sich in vielen Fällen lästiger Mundsoor vorbeugen.

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