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DMS V: Steigender Behandlungsbedarf bei Parodontalerkrankungen

Die Mundgesundheit der Deutschen ist so gut wie nie zuvor. Das zeigt die aktuelle Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), denn Karies- und Parodontalerkrankungen sind in allen Altersgruppen deutlich zurückgegangen. Allerdings leiden 64,3 Prozent der pflegebedürftigen Senioren im Alter von 75 bis 100 Jahren unter Zahnfleischbluten. Diese wurden erstmals in die Studie miteinbezogen.

Autor: GSK Consumer Healthcare

Da die Bevölkerung hierzulande immer älter wird und Parodontalerkrankungen im Alter zunehmen, rechnen die Autoren mit einem steigenden Behandlungsbedarf.

Mit Spannung wurde die im August veröffentlichte DMS V des Instituts der Deutschen Zahnärzte erwartet, denn sie bietet einen Überblick über die Zahn- und Mundgesundheit von vier Altersgruppen in Deutschland. Von Oktober 2013 bis Juli 2014 wurden 4.609 Personen im Alter von 12, 35 bis 44, 65 bis 74 und 75 bis 100 Jahren befragt und untersucht. In der aktuellen DMS wurden damit erstmals auch die sehr alten Menschen integriert. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie liefern wichtige Erkenntnisse über die zukünftige Weiterentwicklung der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland[1].

Parodontalerkrankungen bei pflegebedürftigen älteren Senioren am häufigsten

Die Bilanz der Studie ist insgesamt sehr positiv. Karieserkrankungen sind im Vergleich zu den Vorgängeruntersuchungen in allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten stark rückläufig. So haben beispielsweise 12-Jährige 90 Prozent weniger Karies im Vergleich zur ersten DMS von 1989. Auch Parodontalerkrankungen sind seit der DMS IV (2005) zurückgegangen: Die Fälle von schwerer Parodontitis bei jüngeren Erwachsenen (35 bis 44 Jahre) haben sich in den letzten zehn Jahren halbiert. Dennoch leiden immerhin 43 Prozent von ihnen an einer mittelschweren und acht Prozent an einer schweren Parodontitis. Auch bei den jüngeren Senioren hat sich der Anteil schwerer Fälle zwar halbiert, doch fast zwei Drittel von ihnen (64,6 Prozent) sind parodontal erkrankt. Dabei fällt auf, dass diese Zahl nicht gestiegen ist, obwohl die Personengruppe immer mehr eigene Zähne hat. Die Autoren führen das auf eine bessere Prävention und Kontrolle beim Zahnarzt zurück. Dies jedoch ist bei Pflegebedürftigen nicht der Fall, da sie oftmals in ihrer Motorik stark eingeschränkt sind. 64,3 Prozent der untersuchten 75- bis 100-Jährigen mit Pflegebedarf leiden unter Zahnfleischbluten. Ihr Mundgesundheitszustand ist schlechter als der von gleichaltrigen Senioren ohne Pflegebedarf.

Eingeschränkte Mundhygienefähigkeit begünstigt Plaquewachstum

Laut DMS V können sich 29,6 Prozent der pflegebedürftigen älteren Senioren nicht mehr ohne fremde Hilfe die Zähne putzen. Meistens leiden die Patienten zudem an weiteren Krankheiten, was die Behandlung zusätzlich erschwert. Die Unterstützung durch einen Angehörigen oder einen Betreuer ist ein sensibler Bereich und wird häufig von Betroffenen abgelehnt. Die Folge einer unzureichenden Mundhygiene können zum Beispiel Entzündungen des Zahnfleisches sein. Die Gingivitis ist wiederum ein Risikofaktor für parodontale Erkrankungen, eine der Hauptursachen für Zahnverlust.[2] Umso wichtiger ist die Prävention durch den Zahnarzt und sein Team.

Therapieunterstützung bei Gingivitis: Chlorhexidin 0,2 %

Um die für Zahnfleischentzündungen verantwortlichen Keime vorübergehend zu reduzieren, haben sich chlorhexidinhaltige Produkte für die Mundhöhle bewährt (zum Beispiel Chlorhexamed® FORTE alkoholfrei 0,2 %). Chlorhexidin tötet die Bakterien ab und verhindert deren Vermehrung. Darüber hinaus ist der Wirkstoff noch bis zu zwölf Stunden nach der Anwendung in der Mundhöhle aktiv.[3] Um schwer zugängliche Stellen im Mund gezielter zu behandeln, ist Chlorhexamed® auch als Spray (Chlorhexamed® FORTE alkoholfrei 0,2 % SPRAY) erhältlich. Die Spray-Flasche hat einen langen Sprühkopf, wodurch die Lösung präzise aufgetragen werden kann.

Behandlungsbedarf bei Parodontalerkrankungen steigt durch demografischen Wandel

Da Parodontalerkrankungen verstärkt im Alter auftreten, erwarten die Autoren der DMS V wegen des demografischen Wandels einen zunehmenden Behandlungsbedarf, obwohl die Erkrankungen insgesamt zurückgegangen sind. Daher sollten nach ihrer Empfehlung präventive und zahnärztliche Maßnahmen sowie die Unterstützung des Pflegepersonals für ältere Menschen mit Pflegebedarf verstärkt werden.


[1] Jordan R, Micheelis W (2016): Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Köln: Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ).

[2] Cichon P. Die Problematik parodontaler Erkrankungen bei pflegebedürftigen Menschen und Personen mit schweren geistigen Behinderungen. 2016. Online unter: http://www.pnc-aktuell.de/parodontologie/story/die-problematik-parodontaler-erkrankungen-bei-pflegebeduerftigen-menschen-und-personen-mit-schweren-geistigen-behinderungen__3723.html

[3] Jones CG.Chlorhexidine: is it still the gold standard? Periodontol 2000. 1997 Oct; 15: 55-62.

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