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06. Juli 2011 in Kategorie: Dentalhygiene

Abbildungen

Was habe ich als ZFA denn mit Veränderungen der Mundschleimhaut zu tun? Nun, wenn Sie lediglich den Grüßaugust in der Praxis machen, allerdings tatsächlich nichts.

Ingeborg Sellmann

Foto: Zahnärztekammer Schleswig-Holstein Foto: Zahnärztekammer Schleswig-Holstein

Warum aber haben Sie dann den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (und gegebenenfalls Aufstiegsfortbildungen) überhaupt ergriffen? Nur als „Übergangslösung“ bis Sie heiraten und Kinder bekommen? Wohl kaum. Das ist doch mit dem heutigen Selbstverständnis einer Frau nicht mehr vereinbar! Die meisten von Ihnen sind sogar auf Grund Ihrer hohen Fachkompetenz ein wichtiger Bestandteil für die Praxis. Und haben als Prophylaxefachkräfte sehr viel mehr „Zeit“ sich den Mundraum ihres Patienten anzuschauen.

Seminar von Dr. Bengel

Und das könnte für diese sogar lebensrettend sein! Weil Sie sich eben die Mundschleimhäute Ihrer Patienten währen der Prophylaxe genau, quasi Stück für Stück anschauen, können Sie mit großer Wahrscheinlichkeit eventuelle Veränderungen daran erkennen. Auf einer Fortbildung der Zahnärztekammer Schleswig Holstein, der 53. Sylter Woche, habe ich zu diesem Thema ein Seminar von Dr. Bengel gehört. Es war sehr interessant, wie er die verschiedenen Veränderungen durch Bilder vorstellte und uns Hinweise dazu gab, wie diese zu erkennen und einzuordnen sind. Wenn Sie einen Patienten sehen und Ihnen eine Veränderung auffällt, dann sollten Sie ihn allerdings nicht von selbst darauf ansprechen sondern Ihrem Chef oder der Zahnärztin diskret davon Mitteilung machen. Schlimm wäre es nämlich wenn ein zwar etwas andersartiger, aber keineswegs krankhafter Befund vorläge und Sie würden dem Patienten einen Schrecken einjagen. Die Wertung was es denn sei, wird der Zahnarzt durchführen, dem Patienten mitteilen und gegebenenfalls eine erweiterte Untersuchung veranlassen.

Genau hinschauen

Sinnvoll ist es aber allemal, dass Sie sich eine Notiz dazu in den Patientenunterlagen machen und beim nächsten Mal, wenn Sie den Patienten sehen, genau hinschauen ob sich etwas an der Erscheinung geändert hat. Natürlich können Sie die verschiedenen Arten von Mundschleimhauterkrankungen nicht alle kennen, aber wenn Sie etwas Verdächtiges sehen, dann sagen Sie es bitte dem Zahnarzt. Denken Sie daran, dass jedes Jahr 11.000 Patienten an Mundkrebs erkranken. Im Anfangsstadium tut der dem Patienten nicht weh. Die Früherkennung durch Sie kann aber sein Leben retten. Und wenn Sie eine Pause in der Praxis haben, empfiehlt Dr. Bengel, dass Sie den Chef nach einem Bildband mit Mundschleimhauterkrankungen fragen. Schauen Sie mal rein in das Fachbuch. Sie wissen doch, dass Sie mehr können als den Grüßaugust machen!

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