Weitere Online-Medien der Barometer Verlagsgesellschaft

Strecken Sie sich selbst die Zunge raus

Unsere Zunge verrät mehr über unseren Gesundheitszustand, als wir vielleicht ahnen. Sie können Ihre Zunge beobachten und durch mögliche Veränderungen ihre Gesundheit schützen. Bei auffälligen Dingen sollte man stets das Gespräch mit dem Arzt suchen.

Bild: proDente

Die Zunge ist in der Regel glatt, samtartig, grau-rosa und hat eine gleichmäßige Oberfläche. Zudem ist sie insgesamt nicht vergrößert oder verkleinert. Weicht der Zustand der Zunge davon ab, könnte eine gesundheitliche Störung die Ursache sein.

Jeder Zahnarzt blickt täglich auf eine Vielzahl von Zungen und zieht daraus Rückschlüsse auf die Gesundheit seines Patienten. Da Patienten in der Regel nur ein- bis zweimal jährlich einen Zahnarzt aufsuchen, kann man zu Hause wesentlich häufiger einen Blick auf die Zunge werfen.

Die beste Zeit dafür ist nach dem Aufstehen. Denn rauchen oder färbende Speisen verhindern, dass Sie einen Hinweis auf mögliche Krankheiten bekommen. Ein Tipp: Beobachten Sie ihre Zunge bei Tageslicht. Badezimmer ohne Fenster sind ungeeignet.

Eine brennende oder entzündete Zunge deutet auf Vitaminmangel hin, könnte aber auch ein Zeichen für Blutarmut oder gar Diabetes sein. Sofern die Zunge nicht direkt schmerzt sind drei Dinge bei der Beobachtung wichtig: Die Farbe, die Form und der Belag.

Die folgenden Symptome dienen einer ersten Orientierung und sollten immer mit einem Arzt oder Zahnarzt besprochen werden.

Farbe

Zunächst die Farbe der Zunge zu betrachten. Ist sie gerötet oder blasser als normal? Sind die Zungen-Papillen vergrößert und rötlich verfärbt spricht man von einer Himbeer- oder Erdbeer-Zunge. Das deutet auf Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Scharlach hin. Eine glatte, eher graue Zunge könnte auf einen Eisenmangel hindeuten, eine mögliche Blutarmut oder auch auf Störungen der Verdauung. Ist der Zungenrücken, also die obere Seite gelblich oder gelbbraun ist eventuell eine erkranke Leber die Ursache. Eine Leberschwäche kann sich auch in Form von geröteten Zungenrändern äußern.

Form

Eine Zunge kann aufgequollen sein oder auch geschrumpft. Schauen Sie genau, wo sich die Form ihrer Zunge verändert. Man unterscheidet die Ränder, das Zentrum oder die Spitze einer Zunge. Eine Schwellung in Verbindung mit einer bräunlichen Verfärbung weist auf eine mögliche Nierenschwäche, eine recht starke Schwellung in Kombination mit einem feuchten, weißen Belag deutet auf eine Erkrankung der Milz. Ist die Zunge dünn und schmal könnte eine Blutschwäche die Ursache sein.

Beläge

Der Belag kann weiß, gelb oder bräunlich, wässrig, klebrig oder trocken sein. Entdecken Sie einen dicken weißen bis gelben Belag, könnte das Zeichen für eine Magenentzündung oder Leberkrankheit sein. Weißer Zungenbelag deutet auf mögliche Magen-und Darmentzündungen, beispielsweise eine Gastritis, Enteritis, Gastroenteritis oder Colitis.

Ist der Belag ungleichmäßig spricht man von einer Landkartenzunge, die durch Störungen der Verdauung verursacht werden kann. Auch wenn die Beläge nicht ganzflächig auf der Zunge verteilt sind, könnte das auf bestimmte Fehlfunktionen des Körpers verweisen. So sprechen Beläge neben der Zungenmittelrinne für mögliche Störungen der Bauchspeicheldrüse. Ist ein Belag nur einseitig liegt eventuell eine Nervenerkrankung vor. Ebenso eine Mittelohrentzündung verursacht häufig einen derartigen Belag.

www.prodente.de

Weitere Beiträge