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Aldehyd/Eiweiß-Fixierungen behindern den Aufbereitungsprozess von Instrumenten

In der Instrumentendesinfektion werden oftmals Aldehyde eingesetzt. Auf Grund der gesundheitlich problematischen Eigenschaften von Formaldehyd werden oft Glutaraldehyde verwendet, die allerdings auch nicht bedenkenlos eingesetzt werden sollten. Zusätzlich führen Aldehyde in Verbindung mit Eiweißresten zu Fixierungen in den Desinfektionsbädern, sodass die Eignung von Aldehyden in der Instrumentenaufbereitung nur unter idealen Bedingungen gegeben ist.

Autor: Hyco GmbH

In der Praxis finden sich viele Instrumente auch nach abgeschlossenen Desinfektionsvorgang mit Aldehydresten, die zum Teil mit Eiweißrückständen auf den Oberflächen fixiert sind. Ursache ist ein mangelhaftes Reinigungsergebnis, dass durch die fixierenden Eigenschaften der Aldehyde weiter verschlechtert wird.

Von daher wird oftmals von glutaraldehydhaltigen Instrumentendesinfektionen abgeraten, auch wenn der viruzide Wirkbereich in den Testungen sehr gut ausfällt. Vor allem bei Kombiprodukten, die im ersten Bad angewendet werden, sollte kein Aldehyd enthalten sein. Durch die Eiweißfixierung verbleiben tatsächlich auch Keime auf den Oberflächen, die durch das Desinfektionsmittel nicht mehr inaktiviert werden können. Die gute Wirksamkeit von Aldehyden wird schlichtweg durch schlechte Vorreinigung blockiert.

Wo dennoch im Rahmen einer Kaltsterilisation Aldehyde eingesetzt werden, sollte auf eine einwandfreie Vorreinigung geachtet werden, um Eiweißfixierungen unter allen Umständen zu vermeiden. Sinnvoll ist von daher eine stark reinigende und aldehydfreie Instrumentendesinfektion im ersten Bad, die eine gute Reinigungswirkung bietet und gleichzeitig bereits eine breite Desinfektionswirkung im belasteten Bereich aufzeigt, um die Infektionsgefahr schon zu Anfang des Aufbereitungsprozesses zu beseitigen.

Zusätzlich haben einige Produkte noch den Vorteil, dass sie über eine Indikatorfunktion für Aldehydreste verfügen. Sind Aldehydreste im Reinigungs- und Desinfektionsbad vorhanden, zeigt das Bad eine deutliche Verfärbung an. Aldehydreste auf Instrumente werden rotbräunlich markiert, damit Verunreinigungen dann zusätzlich manuell entfernt werden können. Diese Funktion erhöht deutlich die Anwendungssicherheit und zeigt dem Medizinprodukteverwender, ob noch fixierte Aldehydreste im Verlauf des Aufbereitungsprozesses verschleppt werden.

Ausflockungen und Verfärbungen zeigen dem Anwender, dass seine Reinigungslösung verschmutzt ist und er diese nicht weiter verwenden sollte. Es käme nicht zu diesen Effekten, wenn nicht störende Substanzen in der Desinfektionsflotte vorhanden wären, die da nicht hingehören. Dadurch wird die Patientensicherheit gegenüber dem bisherigen Produkt deutlich erhöht!

Oftmals werden allerdings auch Wannen aus Kunststoff verwendet, die auf Grund steter Nutzung eine poröse Oberfläche aufzeigen. Solche Wannen sind regelmäßig auszutauschen.

Jedem Nutzer, der Instrumente aufbereitet sollte klar werden, dass er unter der Vorgabe des Medizinproduktegesetzes handelt und von daher in besonderer Weise für sein Handeln in der Haftung steht. Fehlerhafte Aufbereitung kann zur Gefährdung der Patientengesundheit führen. Nicht ohne Grund wird die Instrumentenaufbereitung in besonderer Weise durch Gesundheitsämter und Bezirksregierungen kontrolliert.

Wer Instrumente aufbereitet, sollte die Einstufungen nach unkritisch, semikritisch und kritisch vorgenommen haben, entsprechend den Hygieneplan danach ausrichten und mit Schulungen und Validierungen den Prozess kontrollieren und verbessern. Der gesamte Prozess sollte in Verfahrensanweisungen beschrieben werden und dokumentiert werden.

www.brennpunkt-hygiene.de

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