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Umweltbewusstsein hält verstärkt Einzug in der Zahnheilkunde

Klimawandel, Erderwärmung, Müllberge – die Belastung der Umwelt durch den Menschen ist unumstritten. Nachhaltigkeit als ein zukunftsweisendes Thema rückt daher immer stärker in den Fokus, da es alle Bereiche der globalen Wirtschaft und Produktion betrifft. Das Thema macht auch vor der Zahnmedizin nicht Halt. Bei der Entwicklung innovativer Technologien spielt die intelligente Nutzung von Ressourcen eine wichtige Rolle, um Verschwendung und Abfall zu minimieren.

Autor: Sulzer Mixpac

Zahlreiche Dentalprodukte werden aus hygienischen Gründen nur einmal benutzt, erzeugen deshalb aber auch enorme Mengen Abfall. Hinzu kommen bedenkliche, teilweise schädliche Stoffe, die in Praxen anfallen und nach strengen Vorschriften entsorgt werden müssen. Zahnärzte können beispielsweise Entwicklerlösungen für Röntgenfilme oder Amalgamreste nicht einfach in den Hausmüll werfen, sondern müssen diese Stoffe einem zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb übergeben und Nachweis darüber führen.

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verpflichtet Betriebe, bedenkliche Abfälle möglichst zu vermeiden. Ganz einfach lässt sich das Problem jedoch nicht in allen Belangen lösen.

Der sachgerechte Umgang mit kritischen Stoffen muss deshalb belegt werden. Amalgamabscheider beispielsweise sind schon lange Pflicht in Praxen und verhindern, dass gesundheitsschädigende Partikel in das kommunale Abwasser geleitet werden. Derart schwierige Substanzen müssen folglich nach strengen gesetzlichen Vorgaben gesammelt und über spezialisierte Firmen entsorgt werden.

„Durch den Einsatz von modernen Aufbereitungsgeräten für die Instrumente wie zum Beispiel Thermodesinfektoren und Sterilisatoren steigt zwangsläufig der Energieverbrauch. Auch dafür gelten klare Vorschriften, die der Patientensicherheit dienen und staatlich gewollt sind", so Anke-Kristin Wachholz von der Bundeszahnärztekammer. Zusätzlich lassen sich aber auch bei täglichen Arbeitsprozessen viele Potenziale nutzen, um Energiekosten zu verringern. Der Druckluft-Kompressor verursacht durchschnittlich 45 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Zahnarztpraxen. Sparen lässt sich hier, indem die Leistungsfähigkeit des Kompressors an den tatsächlichen Verbrauch angepasst und Anschlüsse und Schläuche regelmäßig auf Lecks überprüft werden, um den Verlust von Druck und Luft zu vermeiden.

Weitere Einsparmöglichkeiten gibt es bei Sterilisationsgeräten, die auf den Bedarf der Praxis abgestimmt und dadurch voll ausgelastet werden sollten. Im Büro lassen sich zudem Kosten senken, indem Computer und Monitore bei kurzen Unterbrechungen in den Ruhemodus versetzt und außerhalb der Geschäftszeiten vollständig ausgeschalten werden.

Der Ansatz der „Green Dentistry" ist in den USA inzwischen fester Bestandteil im Alltag der Zahnarztpraxen. Bis zur grünen Zahnmedizin in Deutschland ist es jedoch noch ein langer Weg. Hierzulande gibt es durchaus ein ausgeprägtes Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit. Zahlreiche Praxen achten auf eine verantwortungsvolle Abfallentsorgung, einen bewussten Umgang mit Ressourcen und nutzen höchste technische Standards. Aber auch wenn sich Zahnärzte zu einer ökologischen Arbeitsweise im Sinne des Patientenwohls bekennen, ist dies für Patienten meist kaum erkennbar.

Die Zahntechniker in Deutschland machen es vor: Dort bietet ein Qualitätssiegel Patienten Orientierung. Der blaue Umweltengel zeigt an, dass die zertifizierten Dentallabore ausschließlich biokompatible Zahnersätze auf umwelt- und ressourcenschonende Weise herstellen. Was für die Patienten das gute Gefühl hervorruft, etwas für die Umwelt zu tun, bedeutet für die Labore eine enorme Imageverbesserung.

Die Sulzer Mixpac AG aus der Schweiz leistet ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit durch eine stete Weiterentwicklung ihrer bewährten Produkte. So trägt beispielsweise der neue MIXPAC T-MIXER™ mit seiner optimierten Mischtechnologie zum Umweltschutz bei, indem das Abfallvolumen in Zahnarztpraxen verringert wird. Zusätzlich profitiert der Zahnarzt davon, dass er gleichzeitig bessere Mischergebnisse erzielt. Darüber hinaus vereinfacht sich die Handhabung durch die kürzere Spitze, ohne dabei Abläufe zu beeinflussen. Bewährte Prozesse bleiben also erhalten, bei jedem Vorgang verbleiben jedoch circa 30 Prozent weniger an nicht nutzbarem Austragungsmaterial im Mischer. Diese zukunftsorientierte Weiterentwicklung bei Sulzer hat somit positive Effekte auf Umwelt und Geldbeutel.

Viele Schritte führen in Richtung nachhaltige Zahnmedizin

Nachhaltiges Arbeiten in der Zahnarztpraxis bedeutet aber nicht nur, Material möglichst sparsam und effizient zu verwenden. Das Prinzip der sogenannten Green Dentistry folgt verschiedenen Grundsätzen: Neben dem Vermeiden von Abfall, sparen Zahnärzte erhebliche Mengen an Wasser und Energie ein, beispielsweise durch ein spezielles Absaugsystem, das häufig Mundspülungen ersetzt. Des Weiteren ermöglicht der Einsatz innovativer Technik Frühdiagnosen. Dadurch beugen Zahnärzte schmerzhaften und kostspieligen Behandlungen vor und tragen überdies zum dauerhaften Wohlbefinden ihrer Patienten bei. Mittels hochmoderner digitaler Röntgentechnik sind Patienten einer nur noch minimalen Strahlung ausgesetzt. „Bei zahnärztlicher Röntgendiagnostik ist in den letzten Jahren viel für die Reduktion der Strahlendosis getan worden. Dies konnte neben dem Einsatz von digitalen Geräten auch durch die Verwendung immer empfindlicherer Filme erreicht werden", so Wachholz.

Investiert der Zahnarzt in digitale Röntgengeräte, stehen nicht nur die Aufnahmen unmittelbar zur Verfügung. Gleichzeitig entfallen die teils stark umweltschädlichen Chemikalien zum Entwickeln der Bilder und damit auch deren Entsorgung.

1) Eco-Dentistry Association: https://ecodentistry.site-ym.com/ (19 Sept 2013)

www.sulzer.com

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