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Materialabrechnung für OP-Materialien, Medikamente und Einmalartikel

Die neue GOZ hat einige Änderungen der Materialabrechnung mit sich gebracht. Es gilt zunächst die Bestimmung, dass nur die ­Materialien berechnet werden dürfen, die gemäß § 4 Abs. 3 als berechnungs­fähige Materialien benannt sind. Trotz allem kommen im Bezug auf Einmalartikel, OP-Sets oder Medikamente ­Fragen auf. Insbesondere auch dann, wenn vorher gemäß GOÄ § 10 ­Materialien berechnet wurden, aber diese GOÄ-Positionen nun nicht mehr berechnet werden dürfen. Aber auch der Einkauf von besonders hochwertigen und teuren Materialien kann unter Umständen separat berechnet werden, denn nicht immer ist dieses Material als ­Leistungsinhalt anzusehen.

Autor: Jana Brandt

Foto: Fotolia

1. Aufbereitung und Einmalartikel bei OP–Maßnahmen gemäß GOZ:

Mit der Berechnung der Zuschläge 0500 bis 0530 gelten die Aufbereitung von Instrumenten und gegebenenfalls Einmalartikeln als abgegolten. Ausnahme sind Materialien, die gesondert aufgeführt sind und gemäß GOZ-Bestimmungen abgerechnet werden dürfen. Dazu zählen zum Beispiel einmal verwendbare Explantationsfräsen, Bone-Kollektor oder -schaber (beziehungsweise Einmalsiebeinsätze); Membranen, Fixationselemente; Knochenersatzmaterialien; Implantationsfräsen; atraumatisches Nahtmaterial; Implantatteile und Implantate.

2. Medikamente

Medikamente unterliegen ebenso den Bestimmungen der GOZ. Nur gesondert aufgeführte Medikamente dürfen berechnet werden. In vielen Leistungspositionen ist das Medikament jedoch Leistungsinhalt. Für diese Berechnung von Medikamenten gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Sie nutzen zunächst die abrechenbaren Medikamente aus der ­Materialliste der GOZ. Das könnten Anästhetika, Material zur Förderung der Blutgerinnung oder antibakterielles Material (GOZ 4025) sein. Hier wird der tatsächliche Preis berechnet.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Rezept verordnen zu lassen. Dabei erhält der Patient ein Rezept, gegebenenfalls mit dem Hinweis „ad man. med.“ – zu Händen des Arztes oder „ad us. med.“ – zum Gebrauch des Arztes.

Die dritte Variante ist die Unzumutbarkeitsregelung. Darunter ­fallen Medikamente oder Materialien, die zwar Leistungsinhalt der GOZ-Position, aber im Einkauf sehr kostenintensiv sind. Gemäß der Unzumutbarkeitsregelung (nach BGH-Urteil) ist es dem Praxisinhaber nicht zuzumuten, wenn die Materialkosten das eigene Honorar stark einschränken.

3. Verwendung von Einmalartikel, OP-Sets bei Maßnahmen nach GOÄ

OP- und Abdeck-Sets sind mit den Zuschlägen aus dem Bereich „L“ der GOZ abgegolten. Bei der Berechnung von Leistungen aus der GOÄ gemäß § 6 Abs. 2 GOZ darf jedoch auf die Abrechnungsbestimmung der GOÄ § 10 zurückgegriffen und diese Materialien ­berechnet werden. Wichtig ist dabei, dass der Zugriff auf die GOÄ für Zahnärzte nur begrenzt erlaubt ist, wenn in der GOZ keine vergleichbare Position für diese Leistung zu finden ist. Achten sie deshalb auf die Dokumentation und OP-Beschreibung. In der GOZ ist nicht jede ­Tätigkeit Leistungsinhalt, obwohl das Zielleistungsprinzip aufgenommen wurde.

Als Zielleistungsprinzip wird der Leistungsinhalt der jeweiligen ­Leistung bezeichnet. Hierbei gilt, dass die primäre Wundversorgung, die Schaffung des operativen Zugangs und der Wundverschluss ohne ­zusätzliche Lappenbildung als Leistungsinhalt der Hauptleistung nicht zusätzlich berechenbar ist. Erlaubt die GOZ die Materialberechnung, so kommen diese Materialien noch hinzu, ebenso mögliche Zuschläge aus Abschnitt „L“ der GOZ. Das Zielleistungsprinzip soll eine sogenannte Doppelabrechnung von Leistungen vermeiden.

Zuschläge aus dem Bereich L der GOZ 2012:

Zuschläge sollen Kosten für die Aufbereitung und Bereitstellung von wiederverwendbaren Operationsmaterialien beziehungsweise ­-geräten oder Kosten für Materialien, die mit der einmaligen Verwendung verbraucht sind, abdecken. Hierfür wurden die Zuschläge 0500 bis 0530 und der Abschnitt „L“ in der GOZ 2012 neu geschaffen:

0500: Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 250 bis 499 Punkten bewertet sind, oder zu den Leistungen nach den Nummern 4090 oder 4130 zählen

0510: Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 500 bis 799 Punkten bewertet sind

0520: Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1199 Punkten bewertet sind

0530: Zuschlag bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlich-chirurgischen Leistungen, die mit Punktzahlen von 1200 und mehr Punkten bewertet sind

Die Zuschläge GOZ 0500 bis 0530 werden zahnärztlich-­chirur­gischen Leistungspositionen anhand der höchsten Punktzahl für nichtstationäre ­Behandlungen zugeordnet. Es wird nur der Zuschlag berechnet, der zur GOZ-Position mit den höchsten Punkten zuzuordnen ist. Eine ­Kombination Zuschlag GOZ mit Zuschlag GOÄ ist nebeneinander nicht möglich.

Downloads zum Artikel: Materialabrechnungshinweis

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