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Der Recall ist tot – es lebe der Recall!

„Seit zwei Jahren ist unser Beitrag über das Recall-Schreiben der am häufigsten gelesene Text auf dentcollege.de“, sagt Kerstin Schulz, Text-Expertin für Zahnärzte. Schulz schreibt seit vielen Jahren Texte für Praxiswebseiten, Patientenzeitungen, Praxisflyer, Infobroschüren und Recall-Briefe. Weil sie zwei Jahrzehnte Erfahrungen aus der Zahnarztpraxis mitbringt, weiß sie, wo Texte ansetzen sollten und was besser ungesagt bleibt. Für Schulz gehört der Recall zur Praxiskommunikation.

Autor: DENTCOLLEGE

Die ambivalente Haltung der Zahnärzte dazu – Interesse an gut formulierten Recall-Texten auf der einen Seite, Unentschlossenheit bei der Umsetzung des Recalls auf der anderen – kann sie nachvollziehen. Häufig nämlich erleben Zahnärzte, dass ihre Patientenanschreiben die erwartete Wirkung verfehlen, und fragen sich, ob Zeitaufwand und Kosten dafür überhaupt gerechtfertigt sind. Die Text-Expertin bejaht, gibt dem Recall aber nur dann eine Chance auf Beachtung, wenn er von genormten Vorgabe-Texten abweicht. „Patienten wollen eine Story lesen, in der sie sich wiederfinden", so Schulz.

Der Recall kann mehr, als neue Termine für die 01 oder Prophylaxe zu generieren. Auch PA- und Implantatpatienten müssen regelmäßig zur Kontrolle. Wer einen KVA erhalten, sich aber noch nicht zur Behandlung entschlossen hat, wartet vielleicht weiter ab, bis sich die Praxis meldet. Unter diesen Gesichtspunkten lohnt es sich, das in vielen Praxen übliche Recallsystem neu zu definieren. Als oft einzige Botschaft, die Zahnärzte ihren Patienten überhaupt senden, gehört der Recall unter die Obhut des Praxisinhabers. Postkarten mit vorgedruckten Zweizeilern sind out. Der Recall braucht eine unverwechselbare Idee, nur dann kann sein Marketingpotential im Sinne der Praxis zum Tragen kommen. Zur Idee gehört auch, Anlass, Timing und Design des Patientenanschreibens zu bedenken.

„Tatsächlich bleibt der Recall oft deshalb ohne Wirkung, weil der Text nicht zur Praxis passt", beschreibt Textexpertin Schulz die Achillesferse von Recall-Aktionen, die scheinbar ins Leere gehen. Wie Webseite oder Praxisflyer gehört der Recall zur Kommunikationsstrategie einer Praxis. Er muss so getextet sein, dass Patienten ihren Zahnarzt im Geiste vor sich sehen, dass sie ihn beim Lesen seiner Worte quasi sprechen hören. Erst dann wirkt der Text authentisch, erzeugt beim Leser Emotionen und führt zum erhofften Feedback. Jedes noch so kleine Detail, von der grafischen Gestaltung bis zur äußeren Form des Recalls, sollten Zahnärzte nutzen, um die Botschaft der Praxis zu transportieren. Zur Unterstützung hat Kerstin Schulz von DENTCOLLEGE auf ihrer Webseite eine To-do-Liste für Recall-Briefe veröffentlicht http://www.dentcollege.de/themen/texteschreiben/recallbrief-fuer.htm

www.dentcollege.de

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