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Wrigley Prophylaxe Preis 2014: Zum Zahnarzt, wenn der erste Zahn durchbricht

Zwei Jubiläen und eine Premiere: Der mit 10.000 Euro dotierte Wrigley Prophylaxe Preis wurde heute auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) zum 20. Mal verliehen. Gleichzeitig feiert die Stifterorganisation Wrigley Oral Healthcare Program ihren 25sten Geburtstag. Zu diesem Anlass vergab die Jury erstmals zusätzlich einen mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis „Praxis“.

Autor: Wrigley

(von links) Dr. Andreas Zenthöfer (Gewinner, Heidelberg), Jens Christmann (Wrigley Oral Healthcare Program), Sophie Schlegel (Ehrung, Crimmitschau), Roland Frankenberger (Jury, Marburg), PD Dr. Dirk Ziebolz (Gewinner, Göttingen, jetzt Leipzig), Elke Damann (Jury, Barmer GEK, Wuppertal), Dr. Yvonne Wagner (Gewinnerin, Jena), Prof. Joachim Klimek (Jury, Gießen), Prof. Hendrik Meyer-Lückel (Jury, Aachen), Dr. Herbert Michel (Gewinner, München), Dr. Hans Ritzenhoff (Gewinner, Hagen),

Die diesjährigen Preisträger sind Zahnmediziner aus Jena, Heidelberg, Göttingen, München und Hagen. Die Siegerarbeiten lenken den Blick auf die verbreitete frühkindliche Karies, die mit gezielten Maßnahmen vermeidbar wäre.

Jena: ab dem ersten Zahn zum Zahnarzt

Frühe Beratung der Eltern plus frühe Zahnarztbesuche ab dem Durchbruch des ersten Zahnes können die verbreitete frühkindliche Karies verhindern. Das zeigt die Studie von Dr. Yvonne Wagner aus Jena, die den ersten Preis (Prämie 4000,- Euro) in der Kategorie „Wissenschaft" erhielt. Sie bot den Kindern des Jahrgangs 2009/2010 ein Präventionsprogramm an, das Informationsbesuche der Eltern Neugeborener und zahnärztliche Betreuung vom ersten Lebensjahr an umfasste. Das wirkte: Im Alter von drei Jahren hatte keines der Kinder aus dem Präventionsprogramm Karies oder einen behandelten Zahn. Kinder, die nicht teilnahmen, hatten dagegen zu 17 % Karies und im Schnitt bereits vier versorgte Zähne.

Heidelberg: bessere Mundgesundheit für demente Senioren im Pflegeheim

Um die oft schlechte Mundgesundheit dementer Senioren in Pflegeheimen kümmerte sich ein Projekt der Arbeitsgruppe um Dr. Andreas Zenthöfer aus Heidelberg. Sie umfasste 262 Senioren aus 14 Pflegeheimen in Baden-Württemberg und belegte erstmals, dass einfache Maßnahmen wie die Schulung des Pflegepersonals und die Einrichtung von Ultraschallbädern zur Prothesenreinigung die Mundgesundheit der Senioren deutlich verbessern können. Die Jury prämierte die Studie mit dem zweiten Preis (dotiert mit 3000,- Euro) in der Kategorie „Wissenschaft".

Göttingen: Geht Parodontitis ans Herz?

Schon lange wird vermutet, dass Bakterien aus dem Mund nicht nur Parodontitis verursachen, sondern auch auf andere Organe übergreifen. Das Team um Dr. Dirk Ziebolz aus Göttingen ging der Frage nach, ob ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herzinsuffizienz besteht und entnahm zu diesen Zweck Gewebeproben von 30 Patienten während ihrer Herzoperation. Tatsächlich fanden die Wissenschaftler Erbgut von Parodontitis verursachenden Bakterien aus dem Mund im Herzmuskel, ebenso wie für diese Bakterien typische Entzündungssignale. Die wegweisende Arbeit erhielt den dritten Preis (Prämie 2.000 Euro) im Bereich „Wissenschaft".

München: So bekommen Kleinkinder Lust auf gesunde Zähne

Den ersten Platz im Bereich „Öffentlicher Gesundheitsdienst" (Prämie 1.000 Euro) erhielt ein Unterrichtswerk der Bayerischen Landesar-beitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ), erstellt vom Team um Dr. Herbert Michel. Es bietet viele Anregungen für die Gruppenprophylaxe in Kitas: Mit diesem Fundus an Ideen fällt es Zahnärzten leicht, kleinen Kindern auf spielerische Weise Lust auf gesunde Zähne zu machen und das Bewusstsein für zahngesunde Rituale zu wecken.

Crimmitschau: Modellunterricht mit Gruselvideos

Prophylaxe ist nicht nur bei Kleinkindern wichtig, sondern auch bei Teenagern. Die Zahnmedizinstudentin Sophie Schlegel aus Crimmitschau bei Zwickau konzipierte eine Modellunterrichtsstunde mit abschreckenden Videos bei Achtklässlern – ein Projekt, das nicht nur bei Schülern und Lehrern gut ankam, sondern im Rahmen des Wrigley Prophylaxe Preises mit einer Ehrenurkunde Anerkennung erhielt.

Hagen: Sonderpreis für ehrenamtliches Engagement

Im Jubiläumsjahr wurde erstmals der Sonderpreis „Niedergelassene Praxis und gesellschaftliches Engagement" verliehen (Prämie 2.000 Euro). Er ging an Dr. Hans Ritzenhoff von der Zahnarzt-Ambulanz in Hagen. Die Ambulanz ist Teil einer karitativen Einrichtung für Rand-gruppen der Gesellschaft, etwa Menschen mit psychischen Problemen oder Suchterkrankungen, Bedürftige oder Asylsuchende. Der Zahnarzt und sein Team arbeiten dort zweimal pro Woche ehrenamtlich, ebenso wie unter Aufsicht Zahnmedizinstudenten der Universität Witten-Herdecke.

Engagement mit langem Atem: 20. Verleihung des Wrigley Prophylaxe Preises

Der Wrigley Prophylaxe Preis feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Er gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Kariesprophylaxe und wird für herausragende Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Praxis und öffentliches Gesundheitswesen verliehen. Von Anfang an steht er unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), deren amtierender Präsident Prof. Roland Frankenberger das Engagement und die Strahlkraft des Preises in die Praxis schätzt: „In der Zahnmedizin gibt es nur wenige Initiativen, die das wichtige Thema Prophylaxe so langfristig fördern." Dies gilt auch für die Stifterorganisation Wrigley Oral Healthcare Program, die in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum feiert: Vor 25 Jahren von Wrigley ins Leben gerufen, ist sie heute weltweit in 47 Ländern aktiv in Forschung, Lehre und Praxis – immer mit dem Ziel, Karies zu verhindern und die Mundgesundheit zu verbessern. Das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi unterstützt dieses Ziel, denn es kurbelt den Speichelfluss an – und Speichel ist ein wichtiger natürlicher Schutzfaktor, der hilft, Risikofaktoren bei der Entstehung von Zahnkaries, wie dem Abfall des Plaque-pH-Werts, entgegenzuwirken.

www.wrigley-dental.de

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