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Parodontitis‐Selbsttest als App: Kampfansage an eine Volkskrankheit

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DGP) bringt eine App zum Selbsttesten von Parodontitis auf den Markt. Ab dem 16. März 2012 ist die App "Selbsttest Parodontitis" für jeden verfügbar. Parodontitis ist eine der großen Volkskrankheiten. Mit der neuen Anwendung sollen auf spielerische Art Berührungsängste abgebaut und der Zugang zur Parodontitis-Behandlung erleichtert werden. Unbehandelte Parodontitis kann mittel-bis langfristig nicht nur zu Zahnverlust führen sondern auch den Verlauf chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder von Herz-Kreislauferkrankungen verschärfen. Viele Betroffene scheuen aus Unsicherheit den Weg zum Zahnarzt.

Autor: Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V.

Icon DGP App "Selbsttest Parodontitis"

Einfach verständlich und leicht zu bedienen führt die neue App den Laien zu einer groben Einschätzung, ob eine parodontale Erkrankung bei ihm vorliegen könnte. Elf Fragen mit je drei Antwortmöglichkeiten, ermitteln die persönliche Erkrankungswahrscheinlichkeit. Ist diese hoch, wird ihm zum Besuch bei seinem Zahnarzt geraten. Da der App-Anwender sich nicht dem Stress des Zahnarztbesuches unterziehen muss, um seine Erkrankungswahrscheinlichkeit zu ermitteln, erhofft sich die DGP eine hohe Akzeptanz und damit auch eine breite Anwendung des Tests in der Gesellschaft.

Bei der Zusammenstellung der Fragen wertete die DGP parodontologische Forschungsergebnisse der letzten 30 Jahre aus. Erfasst werden Risikofaktoren oder Indikatoren, die mit Hilfe eines einfachen Scoring eine Einschätzung der Erkrankungswahrscheinlichkeit zulassen. Der Auswertungsalgorithmus in der ersten Stufe wurde von Professor Dr. Thomas Kocher, Universitätsklinikum Greifswald, vorgegeben, zunächst ohne Anspruch auf eine wissenschaftliche Validierbarkeit. Entwickelt hat Professor Kocher die App gemeinsam mit seinem DGP‐Vorstandskollegen Dr. Filip Klein. Nach erfolgreicher Einführung der ersten App‐Version plant die DGP für das Update bereits eine weitere Verfeinerung: "Unser nächstes Ziel ist es, in einer zweiten Ausbaustufe den
Selbsttest mit einen Algorithmus zu unterlegen, der auf den wissenschaftlichen Daten einer großen Bevölkerungsstudie beruht (SHIP)", so Professor Kocher.

Das langfristige Ziel der neuen App bringt der erst kürzlich gewählte DGPPräsident Prof. Dr. Peter Eickholz auf den Punkt: "Wenn es uns gelingt, mit der neuen App für mehr Information und den Abbau von Ängsten vor der Volkskrankheit Parodontis zu sorgen, haben wir unser Ziel erreicht. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Öffentlichkeit auf die Problematik der Parodontitisepidemie aufmerksam zu machen und den Dialog mit Medizin und Politik diesbezüglich deutlich zu intensivieren".

www.dgparo.de

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