Weitere Online-Medien der Barometer Verlagsgesellschaft

Zähne geben Auskunft: Wissenschaftler erforschen Lebensweise der Primatengattung „Cantius“

Wie haben sich die Zähne des Primaten „Cantius“ vor knapp 50 Millionen Jah-ren entwickelt? Dieser und weiteren Fragen geht derzeit die Senckenberg Ge-sellschaft für Naturforschung mit Sitz in Frankfurt am Main auf den Grund. Im Zuge einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Arbeit werden die Primatenzähne abgeformt und anschließend in einem digitalen Mo-dell visualisiert.

Zum Einsatz kommt dabei das scanoptimierte Abformmaterial „Identium Scan Light" der Kettenbach GmbH & Co. KG, teilte das Unternehmen nun in einer aktuellen Pres-seinformation mit.

Der Zahn eines Tieres ist eine Schnittstelle zu seinem Lebensraum. Gewinnt man Erkenntnisse über sein Essverhalten, so lässt dies Rückschlüsse auf die Lebensweise zu. Die Wissenschaftlerin Ulrike Menz der Abteilung Paläoanthropologie und Mes-selforschung der Senckenberg Gesellschaft fühlt derzeit der frühen Primatengattung „Cantius" auf den Zahn, deren Fossilien in Wyoming (USA) entdeckt wurden.

Aus diesem Grund hat sich Ulrike Menz auf Forschungsreise nach Wyoming begeben und vor Ort Negative der Gebisse genommen. In Deutschland wurden diese in Positi-ve umgewandelt, so dass sich schließlich eine Originalabformung ergab. Im Anschluss erfolgte auf Grund der geringen Größe der Zähne die Erfassung durch µct-Scanning zur Erstellung eines entsprechenden virtuellen Modells.

Der Zahn als Schlüssel zur Lebensweise

„‚Identium Scan Light' ist ein dünnfließendes, additionsvernetzendes, elastomeres Ab-formmaterial auf Vinylsiloxanetherbasis und wurde speziell für die einzeitige Abform-technik entwickelt", so Kettenbach. Auf Grund der hohen elastischen Eigenschaften stelle sich Identium dimensionsgetreu zurück und lasse sich sehr leicht entformen. „Es wurde optimiert für die Digitalisierung und gewährleistet Abformungen, die beste Scan-Ergebnisse (ohne die Verwendung von Scan-Puder) ermöglichen", hieß es weiter.

Ulrike Menz erklärt: „Mit ‚Identium Scan Light' erhalten wir einen detailgetreuen Ab-druck, den wir anschließend auf einfache Weise einscannen und visualisieren kön-nen." So ließen sich die verschiedenen Primatengebisse und deren Kaufacetten un-tersuchen. „Wir erhalten beispielsweise Aufschluss über die Abnutzung der Zähne und können aus den Ergebnissen auf die Nahrung schließen", so die Wissenschaftlerin. Finde sie zum Beispiel starke Schneidkanten, so hat der Primat sich vermutlich vermehrt von Gräsern und Blättern ernährt. Ein großes Quetschbecken hingegen deute auf die Ernährung mit weicherem Material wie Früchten hin. „All diese unter-schiedlichen Erkenntnisse sind Puzzleteile, mit denen wir die vergangene Umwelt re-konstruieren können. Die Zähne spielen dabei eine Schlüsselrolle", sagt sie.

Laut Kettenbach unterstützt „Identium Scan Light" das Projekt auch in den kommen-den Monaten. Weiterführende Forschungsergebnisse würden nach Abschluss der Arbeit bekannt gegeben.

www.kettenbach.de/identium-scan

Weitere Beiträge